30 Januar 2009

Zwischen Arroganz und Selbstvertrauen

Endlich ist die fußballfreie Zeit vorbei! Heute Abend startet die Liga furios mit dem Nord-Süd-Gipfel in die Rückrunde. Seien wir ehrlich: Die Winterpause ist die langweiligste Zeit des Jahres mit ihren immer gleichen Ritualen. Die Vereine in den unteren Regionen versprechen, dass alles besser wird, kaufen sich diverse Bankdrücker zusammen und die Schlagzeilen werden beherrscht von den wenig erbaulichen Fehltritten des kickenden Personals (leider schon wieder Diego). Schluss damit, auf geht's!

Drei Fragen beschäftigen mich: Kann Hoffenheim das hohe Niveau auch ohne Goalgetter Ibisevic halten? Ich wundere mich schon, dass Rangnick und Hopp ihre erfolgreiche Strategie über den Haufen werfen und statt junger Talente teure Profis holen, die ihren Zenit hinter sich haben (Hildebrand) oder eigentlich nie einen Zenit hatten (Sanogo). Die zweite Frage betrifft den FC Bayern. Meisterschaft und Pokal sind fest eingeplant, das große Ziel ist die Champions League. Wo ist eigentlich die Grenze zwischen Arroganz und Selbstvertrauen? Der FCB kann sich in dieser Saison nur selber schlagen (Bild: dpa). Und drittens natürlich Werder: Was können meine angeschlagenen Bremer noch erreichen? Ich habe dazu eine kleine Umfrage auf meinem Blog platziert. Machen Sie doch mit.

Jedenfalls muss Schaafs Truppe nach dem starken Pokalauftritt (2:1 in Dortmund) gegen Bielefeld die ersten Punkte für die Aufholjagd sammeln. Allerdings sind die Rüpel Diego und Pizarro gesperrt. Brisant wird das Duell zwischen Dortmund und Leverkusen. Beide Vereine müssen Anschluss an die Spitzengruppe halten, sonst geht das große Murren gleich wieder los. Hoffenheim darf Cottbus weiter in den Tabellenkeller schießen, Schalke muss in Hannover das Wohlwollen der Fans zurückerobern und Köln will gegen Wolfsburg schon mal den Poldi-Effekt beweisen. Der absolute Hit aber heute Abend: HSV gegen Bayern, live in 170 Ländern. Bundesliga, ich freue mich!

Sportliche Grüße und einen tollen Start ins Fußballjahr 2009 wünscht

Carl-Eduard Meyer

22 Dezember 2008

Was bleibt hängen von der Hinserie 2008?

Für mich waren drei Ereignisse herausragend: Der Höhenflug von 1899 Hoffenheim, die Auferstehung des Jürgen Klinsmann und die unberechenbaren Turbulenzen bei Werder Bremen.

An Hoffenheim scheiden sich die Geister: Für viele traditionelle Fußballfans ist das Projekt von Milliardär Dietmar Hopp ein Inbegriff für den Ausverkauf des Fußballs, für die anderen ein wegweisendes und innovatives Experiment mit glänzenden Zukunftsaussichten. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich sehe das ganze Tam-Tam jedenfalls absolut positiv: Konkurrenz belebt das Geschäft - ohne Hoffenheim würde die deutsche Trainergilde (vielleicht mit Ausnahme von Klinsmann) weit mehr Widerstand gegen eine dringend notwendige Modernisierung aufbringen. Letztendlich profitiert von Hoffenheim die ganze Liga und damit auch jeder Fan - und sei er noch so traditionsbewußt.

Ein weiteres Highlight der Hinrunde war die großartige Performance von Jürgen Klinsmann. Nicht vergessen: Noch am 7. Spieltag lag der große FC Bayern auf Platz elf! Unvorstellbar und zutiefst demütigend für Charaktere wie Hoeneß und Beckenbauer. Doch Klinsi lernte dazu, stoppte die wilde Rotation, stellte Kapitän van Bommel wieder in die Startelf, setzte auf Kontinuität und die Rückkehr von Ribéry. Prompt lief es wieder rund. So einfach kann Fußball sein - und so schwer für Leute, die unfähig sind dazuzulernen. Klinsmann kann und will das. Und das macht ihn so wertvoll für die Bayern.

Weniger festlich ist leider das Erscheinungsbild, dass derzeit meine geschätzten Bremer abgeben: In der Liga nur Platz acht und nach erfolgloser Champions League abgestiegen in den UEFA Cup. Die einst so beeindruckende Konstanz auf sehr hohem Niveau ist futsch. Die Nerven liegen blank. Diego würgt seinen Gegenspieler und Pizarro verteilt Backpfeifen. Logisch, dass man dann ganz oben nicht dabei sein kann. Trotzdem: ich vertraue dem tollen Duo Schaaf und Allofs, dass sie den Karren im nächsten Jahr aus dem Dreck ziehen. Meine Prognose: Werder wird noch Dritter!

Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest und eine fußballfreie Zeit, die hoffentlich nicht allzu lange dauert. Schon am 30. Januar geht es weiter!

Viele Grüße

Carl-Eduard Meyer

05 Dezember 2008

Schalker Scherbenhaufen!

Man soll sich ja nicht selber auf die Schulter klopfen, aber dass es auf Schalke richtig krachen wird, das habe ich schon vor Wochen geschrieben. Gescheitert in der Champions-League-Qualifikation, ausgeschieden aus dem UEFA-Cup, in der Liga aktuell Platz neun: Das ist die desolate Bilanz von Königsblau kurz vor Weihnachten. (Bild: dpa) Die Situation ist komplett verfahren. Wie soll man aus dem Teufelskreis von Niederlagen, spielerischer Armut, überkritischen Fans und steigender Nervosität bei allen Verantwortlichen entkommen? Üblicherweise muss bald ein Bauernopfer her. Fred Rutten kann eigentlich schon die Koffer packen - schade!

Ein Thema, das mehr Spaß macht: Das Spitzenduell Bayern gegen Hoffenheim. Es wird eine kleine Standortbestimmung für die Zukunft des deutschen Fußballs geben. Wer setzt sich durch? Das klassische Star-Modell Marke München oder die innovative Philosophie à la Rangnick, flankiert vom prall gefüllten Geldbeutel von Mäzen Hopp? Auch wenn ich es mir vielleicht anders wünsche, ich glaube die Bayern werden sich heute Abend durchsetzen. Die Kraftprobe kommt noch etwas zu früh für die junge Hoffenheimer Garde. Wie auch immer, Rangnicks Dorfclub gehört sowieso zu den absoluten Gewinnern dieser Saison.

Und was ist sonst los? Die gebeutelten Schalker müssen nach Berlin. Wenn die Hertha ihren überraschenden Höhenflug fortsetzt, dann kann es durchaus das letzte Spiel von Trainer Rutten sein. Brisanz auch in Karlsruhe: Werder muss unbedingt punkten, wenn nach der 5:0-Gala gegen Frankfurt doch noch Tuchfühlung zur Spitze hergestellt werden soll. Und der KSC kämpft ja praktisch schon ums Überleben. Wolfsburg empfängt zum Nordderby Hannover 96 und der HSV will gegen Köln einen Dreier einfahren.

Richtig gute Spiele und viel Spannung wünscht

Carl-Eduard Meyer

28 November 2008

Wo ist der Hunger?

Glauben Sie mir, als Werder-Sympathisant hat man es in diesen Wochen nicht leicht. In der Bundesliga läuft es äußerst holprig und nun ist auch noch die Champions-League futsch. Was ist los an der Weser? Selbst Allofs und Schaaf wirken zunehmend ratlos. Wie kann es sein, dass der teuerste Werder-Kader aller Zeiten permanent nur Mittelmaß abliefert? Warum hat in dieser Saison eine Truppe mit Stars wie Diego, Frings und Pizarro bisher noch kein einziges Spiel in der europäischen Königsklasse gewonnen? Irgendwo stimmt in dieser Elf die Einstellung nicht - der große Hunger nach Toren und Erfolgen, sonst bei Werder immer spürbar, ist weg. Eine gefährliche Entwicklung!

Ganz anders die Bayern: Nach dem Champions League-Triumph gegen Bukarest fühlt sich Klinsi endlich pudelwohl in München. Irgendwie rechnen jetzt doch alle damit, dass Bayern Meister wird. So schnell kann's gehen! Bittere Pillen gab es gestern für den HSV und Schalke im UEFA-Cup. Heimpleiten gegen Ajax und Manchester City. Fazit wie fast jedes Jahr im Spätherbst: Die deutschen Clubs stehen mächtig unter Druck. Nur der Vfl Wolfsburg verbreitete einigermaßen Esprit beim Auswärtssieg in Braga.

Doch zur Bundesliga: Heute Abend steigt bereits das Duell Hertha gegen Köln. Neben Hoffenheim sind das für mich die größten positiven Überraschungen. Die Berliner scheinen trotz Dauer-Zoff um Torjäger Pantelic ihre Philosophie gefunden zu haben und stehen auf Platz vier. Daums Kölner haben sich mit Geromel und Petit bestens verstärkt, wollen jetzt selbstbewusst ihren Prinz Poldi zurückholen und befinden sich fern der Abstiegsränge. Das Top-Duell heißt allerdings Bayer gegen Bayern. Das wird ein Super-Spiel, wenn beide Mannschaften so offensiv agieren wie zuletzt. Hoffenheim punktet gegen Bielefeld und bleibt oben auf, Neu-Trainer Markus Babbel soll bei VfB Stuttgart gegen Schalke das Ruder rumreißen!

Viel Spaß und Erfolg beim brisanten 15. Spieltag wünscht

Carl-Eduard Meyer

14 November 2008

Auslaufmodell Frings?

Jogi Löw läutet den Generationswechsel ein! ... Und bleibt seiner Linie damit absolut treu. Ich finde es großartig, wie der Trainer der deutschen Nationalmannschaft immer wieder viel versprechende Neulinge an die DFB-Elf heranführt. Am Dorfclub Hoffenheim kann auch Löw mittlerweile nicht mehr vorbeischauen: Marvin Compper und Tobias Weis von der TSG stehen im Kader für den England-Klassiker nächste Woche. Dazu stößt auch noch Shooting-Star Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg. Torsten Frings (Foto: dpa) bleibt zu Hause - angeblich auch auf eigene Initiative. Wir werden wohl nie erfahren, ob der Bremer Routinier nun eigentlich bestraft oder lediglich geschont wurde. Frings zeigt sich zumindest reuig und will im nächsten Jahr wieder angreifen.

Zur Liga: Die Bayern genießen es wieder, öffentlich die Muskeln spielen zu lassen. Nur noch einen Punkt stehen sie hinter Tabellenführer Leverkusen und greifen nach der Herbstmeisterschaft. Allerdings wurde beim holprigen Saisonstart deutlich, dass die Münchener bei weitem keine Übermannschaft sind. Zu sehr ist die Truppe auf die Power und die Geistesblitze eines Ribéry angewiesen. Uli Hoeneß wird's dieser Tage allerdings ziemlich Wurscht sein. Hauptsache das Projekt Klinsmann bringt überhaupt erstmal Erfolg! Mal sehen, ob an der Timoschtschuk-Diskussion (Zenit St. Petersburg, 14 Millionen) tatsächlich was dran ist.

Das Top-Duell dieses Spieltages heißt jedenfalls Leverkusen gegen Schalke. Knappen-Trainer Rutten wird in Gelsenkirchen bereits kritisch beäugt. Nach der Heimpleite gegen die Bayern und aktuell Platz sechs in der Tabelle braucht Königsblau dringend Erfolgserlebnisse. Werder empfängt die abwehrstarken Kölner. Gegen die Domstädter muss die Schaaf-Elf dringend punkten, damit der Abstand zu den ersten Plätzen nicht zu groß wird. Außerdem können wir uns auf das Traditionsmatch Gladbach gegen Bayern freuen, auf das Verfolger-Duell Hertha-HSV und den direkten Vergleich der Experimentier-Clubs Wolfsburg und Hoffenheim.

Spannung und viele Tore für Ihre Vereine wünscht

Carl-Eduard Meyer

24 Oktober 2008

Streithammel Ballack, Frings und Löw!

Eigentlich war es ja eine gute Woche für den deutschen Fußball. Alle Vereine haben international mehr oder weniger erfolgreich gespielt - bis auf den VfB Stuttgart beim 0:2 gestern in Sevilla. Aber auch das ist in der Gruppenphase des UEFA-Cups kein Beinbruch. Das Getöse um Ballack, Frings und Löw (Bild: picture-alliance) verdirbt allerdings allen die gute Laune und nimmt langsam beängstigende Formen an. Da wird die gesamte Hierarchie der erfolgreichen Nationalmannschaft in Frage gestellt, weil der eine oder andere (angeblich) falsch kommuniziert! So ein Blödsinn! Zur Erinnerung: Es geht hier in keinster Weise um sportliche Dinge - Deutschland führt seine WM-Qualifikations-Gruppe souverän mit zehn Punkten an.

Sich in so einer Situation an die Gurgel zu gehen, das ist doch Wahnsinn! Ständig sieht man einen Frings, der irgendwas von "Respekt" in die TV-Mikros jammert. Und der Kapitän der Nationalelf heult sich bei der FAZ aus! Das kann nicht sein. Es gibt Telefone, es gibt E-Mails - warum spricht man nicht miteinander? Erst wenn das geklärt ist, kann es wieder um Substantielles gehen. Löw muss dann schon gegenüber Frings und Ballack begründen, warum Klose nach einem katastrophalen Bundesliga-Jahr immer noch bei ihm gesetzt ist, während der Bremer Routinier kurzfristig auf die Bank musste. Aber bitte unter vier Augen, meine Herren!

Schauen wir lieber, was die Bundesliga an diesem Wochenende zu bieten hat. Das macht deutlich mehr Spaß! Schon heute Abend steigt das große Rhein-Derby Leverkusen gegen Köln. Daum kehrt nach acht Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück, die er einst im Kokain-Nebel fluchtartig verlassen hat. Da wird es heiß her gehen. Außerdem reist Tabellenführer HSV zum Zweitplatzierten Hoffenheim. Hätte doch keiner für möglich gehalten, dass das die absolute Spitzenbegegnung des 8. Spieltages sein könnte. Schöne Bundesliga! Auch das Gastpiel der Wölfe bei den Bayern verspricht Brisanz. Klinsi gegen Vor-Vorgänger Magath: Das wird ein Prestige-Duell erster Güte. Und meine derzeit abwehrschwachen Bremer müssen im Nord-Derby gegen Hannover nun auch noch ausgerechnet auf Per Mertesacker verzichten...

Spannung und viele Tore für Ihre Vereine wünscht

Carl-Eduard Meyer

17 Oktober 2008

Löws Brandherde

Das war insgesamt eine beeindruckende und sehr erfolgreiche Woche für unsere Nationalmannschaft: Die 2:1-Gala gegen Russland und der hart erkämpfte 1:0-Arbeitssieg gegen die Defensivspezialisten aus Wales. Aber es gibt auch ein paar Brandherde, die Bundestrainer Löw geschickt austreten muss. Nach wie vor zanken sich Ballack (Bild: picture-alliance) und Bierhoff - Freunde werden die wohl nicht mehr. Der unrühmliche Abgang von Kuranyi darf kein Vorbild für andere frustrierte Nationalspieler sein. Und zu allem Überfluss droht jetzt auch noch Frings mit Abschied, weil er zwei Mal auf der Bank schmoren musste. So sehr ich Frings schätze, aber ein bisschen mehr Selbstkritik wäre bei ihm schon angebracht. Wirklich berauschend waren seine Leistungen in den letzten Wochen jedenfalls nicht.

Für Jürgen Klinsmann und sein schlingerndes Projekt FC Bayern stehen in den nächsten Tagen Richtung weisende Partien an. Erstmal muss die Startruppe verlorenes Vertrauen in der Bundesliga zurück gewinnen. Auswärts in Karlsruhe wird das aber auf keinen Fall ein Selbstgänger. Und in der nächsten Woche reist der AC Florenz zum Champions League-Duell an. Auch nicht gerade ein Sparringspartner. So langsam werden sie alle nervös an der Säbener Straße. Mein Tipp: Klinsmann & Co stehen bis Jahresende äußerst ungemütliche Wochen bevor.

Am Sonntag findet die Spitzenpartie dieses Spieltages statt: HSV gegen Schalke. Ich bin gespannt, ob die Tabellenführung der Hamburger von Dauer sein wird. Beim HSV spürt man, dass etwas Gutes heranwächst. Bei den Schalkern dagegen nicht: Die Millionen-Einkäufe Engelaar und Farfan haben bisher enttäuscht. Dann noch das Hickhack um Kuranyi und die vermasselte Qualifikation für die Champions League. Königsblau steht mächtig unter Dampf. Werder dagegen muss nach der 1:4-Klatsche gegen Stuttgart zu Hause gegen Dortmund punkten, Überraschungs-Mannschaft Hoffenheim empfängt Hannover 96.

Spannende Partien und viele Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer

02 Oktober 2008

Zurück in der Erfolgsspur!

Vor ein paar Wochen habe ich mir Sorgen gemacht um Werder. Doch seit dem tollen 1:1 gestern bei Mega-Favorit Inter Mailand und den begeisternden Spielen gegen Bayern (5:2) und Hoffenheim (5:4) ist aus ganz Bremen ein kollektives Aufatmen zu hören: Youngster Özil kämpft und trifft ohne Pause, Pizarro zeigt endlich seine tollen Torjäger-Qualitäten und auch Diego kommt immer besser in Fahrt. Die Grün-Weißen spielen so, wie Klinsmann die Bayern gerne hätte: offensiv, kreativ und mitreißend. Die Münchener Macher ärgern sich sicher schwarz, wenn sie gen Norden blicken.

Überhaupt: Klinsmann gibt derzeit viele Rätsel auf. Wichtige Weichenstellungen stehen momentan an - wird sein Engagement bei Bayern ein Erfolg? Der Neu-Trainer setzt bewusst Reizpunkte, um die Mannschaft aus der Reserve zu locken. Das hat er vor der WM mit dem Wettkampf Kahn gegen Lehmann genau so gemacht. Heute dagegen demontiert er seinen frisch ernannten Kapitän van Bommel, beordert den bisher erfolglosen Breno in die Abwehr und lässt Poldi weiter auf der Bank schmoren, obwohl das Krisen-Duo Toni und Klose seit Wochen enttäuscht. Vor der WM ging die Taktik auf - an der Säbener Straße kann das ganze aber auch gewaltig nach hinten losgehen. In wenigen Wochen werden wir es wissen!

Am Wochenende in der Liga müssen die international tätigen Vereine auf die Zähne beißen und die Doppelbelastung wegstecken. Eine gute Gelegenheit für die ausgeruhten Leverkusener und Hoffenheimer, Boden gut zu machen. Die formstarke Labbadia-Elf empfängt die auswärtsschwache Hertha, der millionenschwere Dorf-Club aus Hoffenheim muss gegen kriselnde Frankfurter punkten. Die Bayern stehen dagegen zu Hause gegen Bochum unter besonderer Beobachtung. Sollte kein Sieg herausspringen, dürfte es schwer werden, den erneuten Misserfolg so schön zu reden wie das enttäuschende 1:1 in der Champions League gegen Lyon. Werder reist nach Stuttgart, Schalke empfängt Wolfsburg.

Sportliche Grüße und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

26 September 2008

Kirch und Daum im Abwärtstrend!

Nun ist also auch der zweite Anlauf mit Leo Kirch in die Hose gegangen. Alles ist wieder offen. Wie wir ab der nächsten Saison Fußball im TV schauen können, muss von der DFL komplett neu organisiert werden. Wahrscheinlich werden die Gelder für die Vereine nun doch nicht so üppig sprießen, wie es "Medienmogul" Kirch versprochen hat. Otto-Normalfußballfan stört das aber sicher erstmal wenig. Die Sportschau liegt den Deutschen einfach mehr am Herzen als die Interessen des Pay-TV.

Aber kümmern wir uns lieber um das Geschehen auf dem grünen Rasen: Es ist schon erstaunlich, wie schnell das Messias-Image von Christoph Daum nach drei Niederlagen in Folge zerbröselt. Saft- und kraftlos sind die Kölner auf dem harten Boden der Bundesliga-Tatsachen angekommen. Da hilft auch kein Transfer-Coup wie der mit dem portugiesischen Superstar Petit. Wenn heute Abend Tabellenführer Schalke in der Domstadt aufläuft, dann hat das schon was von Endzeitstimmung. Besonders in Köln. Vielleicht sollten Daum & Co doch ab und zu mal nach Hoffenheim schauen. Die vielen tollen Talente, die dort spielen, kann man ja eigentlich auch ohne Hopp-Millionen verpflichten...

Am Samstag müssen die Bayern in der Bundesliga gegen Hannover nachlegen. Zwar konnte die Klinsmann-Truppe nach der 2:5-Klatsche gegen Werder ein wenig Wiedergutmachung betreiben (2:0 gegen zweitklassige Nürnberger im Pokal), aber der Erfolgsdruck bleibt immens. Ich tippe mal, dass die Münchener in der Hinrunde noch öfters kräftig straucheln werden. Werder muss zu Hause gegen Hoffenheim punkten. Freut mich übrigens sehr, wie großartig der erst 19-jährige Mesut Özil momentan auftrumpft. Schalke wird das sicher mit einem gewissen Magengrummeln beobachten. Der HSV empfängt die kriselnden Gladbacher, Stuttgart ist bei nervösen Dortmundern zu Gast.

Viele Tore und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

19 September 2008

Fehlstart für Werder!

Sicher wird der eine oder andere Leser meines Newsletters gemerkt haben, dass mein Herz an einem grün-weißen Verein aus Bremen hängt. Deshalb bin ich ehrlich gesagt ziemlich in Sorge. Das Gewürge am Dienstag gegen Famagusta war von der Tribüne des Weserstadions aus fast noch schlimmer anzusehen als
im TV. Jetzt hilft kein Zweckoptimismus mehr, Werder hat einen kapitalen Fehlstart in Champions-League und Bundesliga hingelegt: Die Offensivabteilung in einer totalen Schaffenspause, Frings konstant formschwach und die Abwehr oft peinlich überfordert (Fritz, Boenisch). Das Match am Samstag gegen die Bayern wird deshalb ein Schlüsselspiel für den weiteren Saisonverlauf. Vielleicht legt Pizarro gegen seine alten Kumpels endlich den Schalter um ...

Doch nicht nur Werder versagte auf internationalem Parkett. Bis auf Schalke (4:1 gegen Nikosia) und Hertha (2:0 gegen St. Patrick's Athletic) konnte keiner so recht überzeugen. Auch die Bayern nicht, die beim knappen 1:0-Sieg gegen Bukarest seltsam uninspiriert und lustlos wirkten. Dortmund steht nach dem 0:2 gestern gegen Udinese schon praktisch vor dem Aus. Ob der Klopp-Effekt schon abklingt und die Borussia ins altbekannte Gewurstel zurückfällt? Mal sehen. Noch können ja alle Vertreter des deutschen Fußballs aus eigener Kraft in die Erfolgsspur zurückfinden.

Zur Bundesliga. Heute Abend schon trifft Neuling Bruno Labbadia mit seinen spielstarken Leverkusenern auf Hannover. Gefällt mir übrigens sehr gut, wie das junge deutsche Sturmduo Kießling und Helmes derzeit aufspielt. Das hat Perspektive! Tabellenführer HSV reist zum Nordderby nach Wolfsburg. Jetzt wird es für Magaths Millionen-Truppe Zeit, sich auch mal gegen einen Gegner auf Augenhöhe durchzusetzen. Mit Platz acht ist da niemand mehr zufrieden. Der Druck steigt. Schalke empfängt Frankfurt, das Top-Spiel aber heißt natürlich Bayern gegen Werder!

Ein tolles Fußball-Wochenende (und ein Werder-Erfolgserlebnis!) wünscht

Carl-Eduard Meyer

12 September 2008

Endlich wieder Klose!

Ein kollektives Aufatmen stieß ganz Fußball-Deutschland am Mittwochabend aus: Endlich! Klose trifft wieder! Nach seiner desaströsen Bilanz in der Liga (zwei mickrige Törchen in den letzten 18 Spielen), einer sehr durchwachsenen EM und wochenlangem öffentlichen Rätselraten über die Ursachen ist der National-Stürmer plötzlich wieder Everybody's Darling. Alle (Klinsmann, Hoeneß, Löw) behaupten jetzt, dass sie nie am Bayern-Star gezweifelt hätten - wer's glaubt wird selig. Nicht mal Klose ist so naiv. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und drücke fest die Daumen, dass der Aufwärtstrend anhält. (Bild: dpa)

Fast so spannend wie die Klose-Story war Oliver Kahns erster Auftritt in seinem neuen Leben als ZDF-Experte. Meine Meinung: Überraschend nervös zeigte sich der Titan zu Beginn, taute dann aber etwas auf. An seiner Präsenz auf der Mattscheibe muss er jedenfalls noch kräftig arbeiten. Ständig zusammengepresste Lippen, wachsam-angespannter Torwart-Blick und jede Menge Binsenweisheiten. So hat man es als Klopp-Nachfolger schwer. Locker bleiben, Olli, es geht bei Kerner nicht ums Champions-League-Finale!

Doch zur Bundesliga: In Dortmund und Schalke fiebern alle auf das Derby am Samstag hin. Für mich haben die Schwarz-Gelben momentan die Nase leicht vorn. Klopp und Dortmund - das scheint zu passen! Schalke hängt irgendwie noch in der Luft. Erst wenn die neuen Topstars Farfan und Engelaar gemeinsam zaubern, wissen wir, wo die Knappen wirklich stehen. Der HSV setzt gegen Leverkusen voll auf den spektakulären Neu-Brasilianer Neves. Trainer Jol: "Das ist einer wie van der Vaart!" Schau'n mer mal ... Werder will gegen das Cottbusser Abwehrbollwerk endlich den ersten Saisonsieg einfahren. Bayern reist nach Köln, wo die alten Streithähne Daum und Hoeneß hoffentlich ihr Kriegsbeil in der Erde lassen.

Tolle Spiele und viele Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer

29 August 2008

Ein bischen Champions Leage

Eigentlich kann ich es nicht mehr hören, aber die Zahlen sprechen für sich: Im internationalen Vergleich ist der deutsche Vereinsfußball zweitklassig. Während England, Spanien und Italien mit je vier Teams in der Champions League antreten, sind aus Deutschland nur zwei dabei. Dafür haben wir sechs Mannschaften im UEFA Cup. Ein zweifelhafter Erfolg. Jedenfalls scheint die Gruppenphase der Königsklasse für die beiden Bundesligavertreter machbar: Werder bildet mit Inter Mailand, Panathinaikos Athen und Famagusta eine Gruppe. Bayern tritt gegen Lyon, Florenz und Bukarest an.

National bestimmt momentan der HSV die Schlagzeilen. Die Verantwortlichen an der Elbe geben fleißig die Van-der-Vaart-Millionen aus: Nach Stürmer Petric aus Dortmund wurde Nationalspieler Jansen in München losgeeist. Dazu mit Alex Sandro da Silva ein vielversprechender brasilianischer Abwehrhühne verpflichtet. Dass noch ein weiterer Brasilianer kommt, ist so gut wie sicher: Thiago Neves für das offensive Mittelfeld. Das macht in der Summe um die 25 Millionen Euro. Ich bin absolut gespannt, wie die Neuen einschlagen!

Am Wochenende stehen in der Liga bereits nach zwei Spieltagen wichtige Fragen auf der Tagesordnung: Kann Überraschungs-Tabellenführer Hoffenheim seinen Höhenflug in Leverkusen fortsetzen? Schaffen Klinsis Bayern gegen Hertha endlich den Befreiungsschlag? Führt Olympia-Rückkehrer Diego die Bremer in Gladbach zurück in die Erfolgsspur? Oder kann Schalke gegen Bochum die 0:4-Schmach vom Mittwoch wett machen? Spannungsmäßig legt die Liga jedenfalls gleich einen echten Turbostart hin. Ein Fest für alle Fußballfans!

Viele Tore und packende Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

16 Juni 2008

Damit hier keiner narrisch wird ... !

Bitte, bitte, liebe deutsche Nationalspieler, tut mir einen Gefallen und unterschätzt die Österreicher nicht! Merkt Euch drei Gründe, warum Ihr heute Abend absolut konzentriert in das letzte Gruppenspiel gehen müsst: Erstens, für unsere Nachbarn ist es wesentlich wichtiger, die DFB-Elf zu schlagen, als tatsächlich Europameister zu werden. Zweitens, auch wenn es bei uns niemand mehr hören kann, der Mythos Córdoba ist immer noch Adrenalin pur für die "Ösis". Und drittens ist dieses Turnier die EM der besonderen Spiele. Ein Sieg Österreichs würde irgendwie dazu passen. Nur wenn Eure Einstellung stimmt, könnt Ihr gewinnen!

Wie das geht, haben uns gestern die Türken vorgemacht. Ganz große Fußball-Kunst war das! Wer eine Viertelstunde vor Schluss 0:2 zurückliegt und dann noch in der regulären Spielzeit drei Tore schießt, dem gebührt allerhöchster Respekt. Gleiches gilt für die Holländer. Wann hat man zuletzt ein Nationalteam so furios, so technisch brilliant und so mitreißend erlebt, wie die Oranjes beim 4:1 gegen Frankreich? So kann die EM gerne weitergehen.

Heute Abend werden wir eine Deutsche Elf mit anderem Gesicht als gegen Kroatien erleben. Friedrich wird wohl für Jansen kommen, Hitzlsperger soll die Defensive stärken und Gomez muss nach bisher grottenschlechten Auftritten sicher auf die Bank. Um bei den schwächelnden Lehmann und Metzelder die Reißleine zu ziehen, dafür ist es jetzt zu spät. Das muss Löw jetzt durchziehen, wenn er die eh schon löchrige Deckung nicht vollends durcheinander wirbeln will. Wie auch immer, liebe Österreicher, seid Euch sicher, ein zweites Córdoba wird es nicht geben!

Alle Spiele live mit ausführlichen Statistiken, Torentstehung und Spielervergleichen finden Sie bei uns im Presseportal.

Weiterhin spektakuläre EM-Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

12 Juni 2008

Auf geht's gegen Kroatien!

Gestern hat die EURO nochmal richtig Fahrt aufgenommen. Haben die Portugiesen beim 3:1 gegen Tschechien erneut begeisternd aufgespielt, so war das Aus von Gastgeber Schweiz gegen die Türkei eine wahre Fußball-Tragödie. Da war alles drin: Dramatik (die Türken waren bereits so gut wie ausgeschieden), Spannung (Ardas großartiges 2:1 in der 92. Minute) und das gewisse Etwas, das ein Spiel braucht, um im kollektiven Gedächtnis der Fans haften zu bleiben (Regen, Regen, Regen!). Sorry an die traurigen Eidgenossen, aber für mich war das Fußballunterhaltung der Extraklasse.

Extraklasse war auch Poldis gesamtes Auftreten während und nach dem tollen 2:0 unserer Elf gegen Polen. Wie er alles für seine Mannschaft gab, unsere Nachbarn praktisch im Alleingang bezwang aber dabei seine polnischen Wurzeln nicht vergaß, das war schon eine beeindruckende Vorstellung. Sogar der polnische Botschafter fand anerkennende Worte. Prinz Poldi ist erwachsen geworden!

Heute Abend gegen Kroatien hoffen wir alle auf eine weitere königliche Vorstellung unseres EM-Helden. Aber Vorsicht: Die Kroaten sind eine äußerst robuste und unbequeme Truppe. Erinnern Sie sich noch an das Viertelfinale bei der EURO 1996? In einer knochenharten Partie, in der ein gewisser Slaven Bilic auf den am Boden liegenden Christian Ziege eintrat, haben wir uns knapp durchgesetzt. Ich hoffe heute Abend geht es etwas friedlicher zu. Löws Truppe wird sich am Ende durchsetzen, da bin ich mir sicher. Mein Tipp: 3:1 für Deutschland.

Österreich könnte sich heute Abend bei einer Niederlage gegen Polen bereits vom Turnier verabschieden. Das wäre allerdings schlecht für die gesamte EM-Stimmung vor Ort in den Gastgeber-Ländern. Die "Ösis" müssen sich mächtig steigern, eine Leistung wie beim 0:1 gegen Kroatien wird kaum reichen. Falls Sie heute Abend nicht vor dem TV sitzen können, habe ich einen Tipp für Sie: Alle Spiele live mit ausführlichen Statistiken, Torentstehung und Spielervergleichen finden Sie bei uns im Presseportal.

Einen tollen Sieg gegen Kroatien wünscht

Carl-Eduard Meyer

06 Juni 2008

Ein zweites Sommermärchen?

Endlich geht die EURO 2008 los! Ab morgen rollt der Ball durch die Stadien und alle deutschen Fußballfans hoffen auf eine Wiederholung des tollen WM-Sommermärchens. Die Voraussetzungen sind bestens: Unsere Nationalelf hat eine souveräne Qualifikation hinter sich, alle Profis sind fit und bei sommerlichen Temperaturen können wir uns auf zahllose schwarz-rot-goldene Freiluftpartys freuen. Großartig!

Nur in den Redaktionen unserer polnischen Nachbarn hat die Vorfreude den Siedepunkt deutlich überschritten. War der britische Boulevard-Humor bei der Europameisterschaft 1996 noch ziemlich komisch (Paul Gascoigne mit Stahlhelm), so sind die polnischen Kollegen einfach nur noch peinlich. Aber tolle Reaktion von Coach Beenhakker, der sich sofort augenzwinkernd distanzierte: "Es gibt in Holland nur wenige Fans des deutschen Fußballs,
aber ich gehöre dazu."

Aber was kann unsere Elf auf dem Platz wirklich schaffen? Das Halbfinale ist für mich Pflicht. Der Titel aber wäre realistisch gesehen eine Riesenüberraschung. Italien, Frankreich und Portugal sehe ich vor uns. Dazu gibt es immer noch eine Überraschungstruppe, die niemand auf dem Zettel hat. Vielleicht Spanien oder Russland? Ballack, Frings, Klose und Gomez haben jedenfalls herausragendes internationales Format, und ich kann mir kaum vorstellen, dass ein anderer Trainer sein Team detaillierter und raffinierter auf das Turnier vorbereitet hat als Jogi Löw. Wir können also optimistisch sein! Aber erstmal müssen wir die Polen schlagen ...

Alle Spiele live mit ausführlichen Statistiken, Torentstehung und Spielervergleichen finden Sie bei uns im Presseportal.

Ein tolles Turnier und ein zweites Sommermärchen wünscht

Carl-Eduard Meyer

09 Mai 2008

Wochenende der Entscheidungen!

Drei wichtige Fragen stehen an diesem zweitletzten Spieltag auf der Agenda: Schaffen die Bremer oder die Schalker die direkte Qualifikation für die Königsklasse? Wer aus der Vierergruppe HSV, Stuttgart, Leverkusen und Wolfsburg ergattert noch einen der begehrten Startplätze im UEFA Cup? Und wer muss neben Rostock den bitteren Gang in Liga Zwei antreten? Nürnberg, Duisburg, Cottbus oder Bielefeld? Wir können uns also am Wochenende auf so manches Happy End und auf einige Tragödien einstellen!

Meister Bayern bastelt jedenfalls schon kräftig am Kader für die nächste Saison. Sollte tatsächlich Weltmeister-Verteidiger Gattuso vom AC Mailand kommen, wäre die Liga wieder um einen Superstar reicher. Der Italiener hat eine unglaubliche Präsenz auf dem Platz und die Stürmer der Konkurrenz werden von der Verpflichtung wenig begeistert sein. Sicher holen die Münchner aber noch weitere Kracher, auch wenn sie sich bescheiden geben. Ansonsten ist in der Champions League wieder im Viertelfinale Endstation - und darauf hat Klinsmann bestimmt keine Lust.

Doch schauen wir uns die Paarungen des Wochenendes ruhig genauer an: Stuttgart und Wolfsburg entscheiden im direkten Duell über die Teilnahme im UEFA-Cup. Die Wölfe müssen unbedingt gewinnen, um sich ihre Chance zu erhalten. Das gleiche gilt für Schalke. Nur ein Sieg gegen Frankfurt nährt die Hoffnung auf einen direkten Startplatz in der Königsklasse. Ich denke aber, dass Werder zu Hause gegen Hannover nichts mehr anbrennen lässt. Cottbus könnte gegen den HSV bereits den Klassenerhalt feiern. Gleiches gilt für Bielefeld gegen Dortmund. Aber am schönsten wäre es für alle Fans, wenn all diese Entscheidungen erst am letzten Spieltag fallen. Das wäre ein echtes Fußballfest!

Sportliche Grüße und packende Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

25 April 2008

Von Spitzenfußball keine Spur!

Die Halbfinals der letzten Tage in Champions League und UEFA Cup haben mich komplett enttäuscht. Sind wir ehrlich: Das war wirklich öde! Vier Treffer in vier Spielen - und davon auch noch zwei ins eigene Netz. Mit europäischem Spitzenfußball hatte das herzlich wenig zu tun. Da wird es beim Ostderby Cottbus gegen Rostock sicher spannender zugehen als beim Null-Null-Geschiebe zwischen Barca und ManU. Schwamm drüber: Die Bayern stehen jetzt gegen St. Petersburg in der Pflicht. Entweder müssen sie das Rückspiel gewinnen oder mindestens 2:2 spielen. Hochspannung garantiert!

Zumindest Thomas Doll hat in dieser flauen Fußballwoche für Nervenkitzel gesorgt. Seine Wut-Rede vor versammelten Journalisten erinnert an das legendäre "Flasche-leer" von Trapattoni. Zwar wird Doll den einen oder anderen Nörgler im Dortmunder Umfeld zum Nachdenken bewegt haben, aber insgesamt sieht Souveränität doch etwas anders aus. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der total entnervte Doll nächste Saison noch Cheftrainer ist. Wer's nochmal sehen will:



Ich freue mich, dass wir einen weiteren Bundesligaverein unter den Nutzern unseres ots-Dienstes begrüßen können: Herzlich willkommen, Bielefeld! Seit dieser Woche finden Sie die Meldungen der Arminia komplett bei uns im Presseportal. Ich drücke jedenfalls im Abstiegs-Krimi gegen Nürnberg kräftig die Daumen, dass es mit dem Klassenerhalt klappt! Ansonsten spielt in der Bundesliga das obere Tabellendrittel gegeneinander. Gehobene Kost für Feinschmecker: Bayern gegen Stuttgart, HSV gegen Schalke und Leverkusen gegen Wolfsburg. Werder bildet die Ausnahme und reist nach Karlsruhe.

Genießen Sie dieses tolle Fußball-Wochenende!

Carl-Eduard Meyer

11 April 2008

Wir lieben Fußball!

Bayerns Sieg gestern war so ein Spiel, für das man den Fußball einfach
lieben muss. Großes Theater mit einem unglaublichen Happyend! Das Räubern
des Münchener Festgeldkontos hat sich endgültig als richtig erwiesen. Ohne
Toni und Ribery hätte der FCB das UEFA Cup-Viertelfinale (3:3) bei Getafe
niemals umgebogen. So viel Power, so viel Siegeswillen habe ich selten
gesehen. Trotzdem: Gut gespielt haben die Stars von Ottmar Hitzfeld auf
keinen Fall. Und was ist eigentlich schon wieder mit Klose los? Bei ihm geht
momentan gar nichts. Egal, hier nochmal für die Gänsehaut das entscheidende
Tor von gestern mit den Originalkommentaren der spanischen Reporter:



Und Schalke? Den Knappen fehlen im Gegensatz zu den Münchenern einfach die
Typen, die große Spiele entscheiden können. Die Niederlagen gegen den
momentan formschwachen FC Barcelona in der Champions League waren absolut
unnötig. Warum glaubt diese Mannschaft nicht an sich? Ich halte Mirko Slomka
zwar für einen sehr fähigen Trainer. Aber die Frage, warum die Mannschaft
immer ein wenig schläfrig wirkt, muss er schon beantworten können, wenn er
weiter in Gelsenkirchen den Taktstock schwingen will. Viel Kredit hat er
jedenfalls nicht mehr.

Und dann muss Slomka auch noch am Samstag mit seinen Sorgenkindern nach
Bremen reisen. Bei den Grün-Weißen scheint nach dem Sieg bei Hertha
zumindest das Fußball-Glück zurückgekehrt zu sein. Ob Schaafs Truppe
allerdings im Saison-Endspurt nochmal so begeisternde Spiele zeigen wird wie
in der Hinrunde, wage ich leider zu bezweifeln. Mein Tipp: Es wird am Ende
knapp für Platz drei reichen. Dahin wollen aber auch die Stuttgarter, die
sich momentan trotz Gomez-Ausfall in bestechender Form präsentieren, und die
am Sonntag beim direkten Konkurrenten Leverkusen antreten müssen. Die Bayern
dagegen stehen zu Hause gegen Dortmund vor einer Pflichtaufgabe, ebenso der
HSV gegen Duisburg.

Ein packendes Fußball-Wochenende wünscht

Carl-Eduard Meyer

04 April 2008

Mit Verlaub, das war dämlich!

So doof kann man sich doch eigentlich gar nicht anstellen! Da liegt der Ausgleich dreißig lange Minuten in der Luft, und die Bayern unternehmen absolut nichts, um ihn zu verhindern. Der Ausgleichstreffer des spanischen Clubs Getafe im gestrigen Viertelfinale des UEFA-Cups kam praktisch per Ansage. Hitzfeld blieb im anschließenden TV-Interview zwar gewohnt charmant, aber innerlich muss er kurz vor der Explosion gestanden haben. Das Auftreten des Rekordmeisters war, mit Verlaub, wirklich dämlich. Nun müssen die Münchener im Rückspiel gewinnen oder mindestens 2:2 unentschieden spielen, um das Halbfinale noch zu erreichen.

Auch ein anderer Verein gibt derzeit nicht gerade das beste Bild ab: Werder. Mehr als eine Stunde dauerte die Strafpredigt von Thomas Schaaf nach dem desaströsen 1:2 gegen Abstiegskandidat Duisburg. Für das Spiel am Samstag bei Hertha kündigt der Coach jetzt knallhartes Vorgehen an. Wer im Training nicht genug Einsatz und Willen zeigt, fliegt gnadenlos aus der Mannschaft. Risikoreiche Strategie. Wenn das die Truppe nicht aufrüttelt, steht der Trainer plötzlich ohne Autorität da. Ich drücke jedenfalls beide Daumen, dass alle Werder-Fans am Wochenende wieder jubeln können.

Richtig spannend wird es auch, wenn Meister Stuttgart den HSV empfängt. Gomez, dessen Marktwert mittlerweile auf 50 Millionen geschätzt wird, ist schon wieder verletzt. Bei den Hamburgern hoffen dagegen alle, dass Superstar van der Vaart endlich sein Formtief überwindet. Schalke steht vor einer Pflichtaufgabe gegen Rostock. Vielleicht müssen die Ostsee-Städter ja den Champions League-Frust der Knappen ausbaden...? Leverkusen kann in Dortmund die 1:4-Schlappe von St. Petersburg wett machen, Bayern empfängt den VfL Bochum.

Spannung und tolle Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer

28 März 2008

Poldis Zukunft ...

Das hat mir sehr gut gefallen, was die deutsche Nationalelf in der Schweiz beim 4:0 gezeigt hat. Souverän, abwehrstark und vorne brandgefährlich: So muss man auch bei der EURO im Sommer auftreten. Auch das leidige Torwart-Thema wurde wohl am Mittwoch beendet. Nach seiner fehlerlosen Leistung dürfte Lehmann für die Europameisterschaft gesetzt sein. Ich glaube nicht, das Jogi Löw da noch viel experimentieren will.

Auch für einen anderen WM-Helden wird's jetzt ernst: Lukas Podolski. Gegen die Schweiz deutete er erneut an, welch großes Potenzial in ihm steckt. Ottmar Hitzfeld ist es nicht gelungen, Podolski erfolgreich zu fördern. ("Ich habe die Nase voll von der Bayern-Bank") Die Zeichen stehen also auf Trennung. Aber vielleicht hilft ja auch hier der Klinsi-Effekt in der nächsten Saison. Spannend bleibt es auf jeden Fall. Sicher schaut schon der eine oder andere Bundesliga-Manager nach, ob genug Geld auf dem Konto ist ...

Am Wochenende heisst es in der Liga Oben gegen Unten. Die Spitzenteams müssen alle gegen Mannschaften aus den tieferen Regionen der Tabelle antreten. Bayern kann gegen die weiterhin sieglosen Nürnberger unter Trainer von Heesen Punkte für den Titel sammeln. Aber beim Süd-Derby ist es immer wie im Pokal: Die Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Werder steht gegen Duisburg mächtig unter Druck. Alle erwarten einen Sieg, ansonsten gerät auch Schaaf langsam in Erklärungsnot. Der HSV empfängt Bielefeld, Schalke reist nach Karlsruhe.

Tolle Spiele und viele Überraschungen wünscht

Carl-Eduard Meyer