28 März 2014

Bayern: Satt macht die Münchener nur das Doppel-Triple

Eine seltsame Fußballwoche liegt hinter uns. Der deutsche Meister steht fest. Glückwunsch an die Münchener. Noch nie hat es ein Team so sehr verdient, sich Deutscher Meister zu nennen. Zumindest aus einem streng mathematischen Blickwinkel betrachtet. Man muss allerdings nüchtern feststellen: Der Meistertitel war von vornherein eingepreist. Kein großer Jubel, Normalität eben (Bild: dpa). Die Ziele sind ehrgeiziger. Das Triple soll erstmals in der gesamten Fußballgeschichte verteidigt werden. Erst dann sind sie satt in München. Anschließend kann es ja dann eigentlich nur noch abwärts gehen. Der Spannung in der Liga würd'e das gut tun. Ich denke gerne zurück an spektakuläre Last-Minute-Entscheidungen (2001 inklusive Meisterschaft der Herzen) und an Überraschungssieger wie Wolfsburg 2009 oder Stuttgart 2007.

Anderes Thema: Die deutschen Clubs haben sich gegen die Torlinientechnik entschieden. Schade. Fußball ist eben konservativ und das ist ja prinzipiell auch gut so. Aber sinnvolle Innovationen sollten nicht aus Angst vor Veränderungen gestoppt werden. Wenn es ums Geld geht, ist man ja auch bereit, Neues auszuprobieren. Die Winter-WM in Katar oder die neue Nations League sind der beste Beweis. Aber mal ehrlich: Wer braucht heute noch Phantomtore mit anschließender Rudelbildung? Die Torlinientechnik hätte uns alle voran gebracht. Ich meine: Chance vertan.

Heute Abend geht der megaspannende Abstiegskampf in die nächste Runde. Meine Bremer reisen aber erst am Sonntag zum kleinen Nordderby nach Hannover. Werder verkündete diese Woche den Abschied von Aaron Hunt zum Saisonende. Unter den Fans gilt er als der einzige Profi im Kader, der überdurchschnittlich begabt ist. Der letzte seiner Art. Gelingt Werder der Klassenerhalt, muss der Verein sich (schon wieder) komplett neu erfinden. Der HSV tritt in Gladbach an. Lasogga ist wieder fit. Hoffnung für den Dino. Stuttgart spielt zu Hause gegen den BVB. Bisher hat sich unter Stevens noch nicht viel gebessert. Im Gegenteil. Mittlerweile rangieren die Schwaben auf einem direkten Abstiegsplatz. Freiburg spielt gegen den direkten Konkurrenten Nürnberg. Und der frisch gebackene Deutsche Meister? Der hat ein Trainingsspiel zu Hause gegen Hoffenheim. Zur Vorbereitung auf die Triple-Verteidigung. Na denn ...

Tolle Tore und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

21 März 2014

In Dortmund ist die ganz große Party erstmal vorbei

Soeben hat die UEFA ausgelost: Dortmund trifft im Viertelfinale der Champions League auf Real Madrid, Bayern muss sich mit ManU messen. Beide deutschen Clubs spielen erstmal auswärts. Sehr gut! Aber wie auch immer Klopps Truppe im Viertelfinale performt, man hat einfach das Gefühl, dass die ganz große Party in Dortmund vorbei ist. Der Trainer ist dünnhäutig (kabbelt sich mit Olli Kahn vor laufender Kamera), das Publikum ist ungeduldig (laute Unmutsbekundungen bei jedem Ballverlust) und Bayern München spielt mittlerweile eine Liga höher als die Schwarz-Gelben (Foto: dpa). Frustrierend. Auf Teufel komm raus muss Dortmund es schaffen, zur nächsten Saison wieder zu brennen. Nach dem Abschied von Lewandowski muss ein absoluter Kracher her, um das Umfeld zu elektrisieren. Ein Adrian Ramos von Hertha reicht da sicher nicht. Real Madrid kommt zur falschen Zeit.

Bayern hat es besser getroffen. Der taumelnde Gigant aus Manchester ist eine machbare Aufgabe. In der englischen Liga steht ManU nur auf Platz sieben. Nach dem Abschied von Legende Sir Alex Ferguson befindet sich der Club in mitten einer turbulenten Übergangsphase. Ich wage mal zu prognostizieren, dass ManU in dieser Form kein Gegner für die Über-Bayern ist. Ansonsten spielt Barca gegen Atletico und Chelsea gegen St. Germain Paris. Tolle Partien. Insbesondere wenn die beiden Geld-Clubs aus England und Frankreich aufeinandertreffen. Wer hat seine geschenkten Millionen am besten investiert?

Doch zur Bundesliga: Zum vorerst letzten Mal kommt es zu drei direkten Abstiegsduellen an einem einzigen Spieltag. Wer sich jetzt noch kein Punktepolster angefressen hat, für den wird es demnächst gegen die Großen beinahe ausichtslos. Werder hat die besten Karten. Fünf Spiele in Folge ohne Niederlage sind ein deutliches Statement an die Konkurrenz. Mit einem Sieg gegen Freiburg heute Abend, wäre der Klassenerhalt für Werder schon so gut wie eingetütet. Huub Stevens feiert morgen ausgerechnet gegen den HSV sein Heimdebüt als Schwaben-Trainer. Das wird ein unschöner und beinharter Fight. Vorteil HSV würde ich aber sagen. Zu guter Letzt treffen noch Nürnberg und Frankfurt aufeinander. Vehs Abschiedstour ist plötzlich zur Existenfrage mutiert. Bitter für den scheidenden Erfolgstrainer. Und sonst? Bayern kann in Mainz frühester Meister aller Zeiten werden, wenn die anderen patzen. Freut mich für die Münchener, für die Liga ist's aber leider eher zum Gähnen.

Tore satt für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

14 März 2014

Hoeneß-Affäre: Endlich klares Zeichen gesetzt. Und nun lasst ihn auch in Ruhe!

Diese Woche gibt's nur ein Thema: Uli Hoeneß (Foto: dpa). Den Knast hat er heute akzeptiert, ohne Wenn und Aber. Es wurde aber auch höchste Zeit für ein klares Zeichen. Nach der Salamitaktik der letzten Tage, als die hinterzogenen Millionen Stück für Stück ans Tageslicht krochen, brauchte die Ikone Hoeneß einen spektakulären Cut, um mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen. Von Montag bis Mittwoch gab der Bayern-Manager ein erbärmliches Bild ab. Alle forderten seinen Kopf. Nun ist plötzlich der Respekt da. Die Öffentlichkeit ist sehr sensibel für passende Gesten. Hoeneß hat das richtige Zeichen gesetzt. Häme oder gar Schadenfreude verbieten sich. Lasst ihn nun in Ruhe. Der Gang in den Kerker ist für einen Jet-Set-Mann und Vielflieger Strafe genug. Und das Geld nachzahlen mit Zins und Zinseszins muss er ja auch noch. Hoffen wir nur, dass die Staatsanwaltschaft nicht noch in Revision geht. Genug Porzellan ist zerbrochen.

Viel Porzellan ist auch in Stuttgart zu Bruch gegangen. Eine schier endlose Serie der Erfolglosigkeit und Wut schäumende Fans auf dem Stadionzaun. Jung-Trainer Schneider war nicht mehr zu halten. Es war bereits die zweite Trainerentlassung für die Schwaben in dieser Saison. Nun soll der alte Haudegen Huub Stevens den frustrierten Stuttgart-Profis Beine machen, um genug Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Wahrscheinlich wird es funktionieren. Stevens hat genug Standing, um kurzfristig ein paar Spiele zu gewinnen. (Bitte aber nicht am Samstag gegen Werder ...) Ob der "Knurrer von Kerkrade" aber der Richtige ist, um langfristig eine junge, spielstarke Mannschaft aufzubauen, wage ich zu bezweifeln.

Was liegt noch an an diesem 25. Spieltag in der Bundesliga? Wie schon in den letzten Wochen ist der Abstiegskampf das eigentliche Highlight. Oben in der Tabelle ist eh alles klar. Einzig der Kampf um die Plätze Drei und Vier ist noch nicht ausgestanden. Alle fragen sich: Kann Slomka beim HSV die richtigen Zeichen setzen, um aus dem Keller noch herauszukommen? Am Sonntag gastiert der 1. FC Nürnberg  (14.)  in Hamburg (16.). Ein klassisches sechs-Punkte-Spiel. Geht das für die Rothosen daneben, dann ist das ein extrem gefährlicher psychischer Knackpunkt für Trainer und Team. Lasogga fällt weiterhin aus, van der Vaart ist wieder fit. Weitere Abstiegskracher lauten Frankfurt (13.) gegen Freiburg (17.) und Werder (11.) gegen Stuttgart (15.). Es schon ein erstaunlicher Spielplan, der wochenlang die Tabellen-Schlusslichter gegeneinander antreten lässt! Danke dafür, liebe DFL. Das eigentliche Top-Spiel heißt Bayern gegen Bayer. Aber im Ernst. Glaubt irgendjemand, dass die Münchener dabei Federn lassen werden? Ich nicht. Dortmund empfängt Gladbach, Schalke spielt in Augsburg.

Schöne Tore und tolle Siege für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

07 März 2014

Leute, das war nur ein Testspiel! Fußballdeutschland kriegt die Krise

Das muss man sich mal vorstellen: Da gewinnt die Deutsche Nationalmannschaft in einem unbedeutenden Testspiel 1:0 gegen Chile. Und was passiert? Fußballdeutschland kriegt die Krise und pfeift die eigene Mannschaft gnadenlos aus. Sogar der Vorbereiter des entscheidenden Tores wird bei seiner Auswechselung vom Publikum niedergemacht. Ganz arme Vorstellung des Stuttgarter Publikums... . Insbesondere Mesut Özil (Foto: dpa) gegenüber. Was erwarten die denn? Dass jeder Spieler in diesem Übungskick um sein Leben rennt? Dass die Profis in der entscheidenden Saisonphase zwischen wichtigen Champions-League-Spielen ein Testmatch zur obersten Priorität erklären? Unsere Fußballwelt ist so unglaublich kurzlebig. Als 2006 Klinsmann wenige Monate vor der WM gegen Italien 1:4 unterging, da wollte man den späteren Helden und Vater des Sommermärchens gleich mal rausschmeißen. Wäre rückblickend ne' wirklich klasse Idee gewesen! Also Leute, bitte etwas mehr Gelassenheit!

Gelassenheit kann am Wochenende auch HSV-Trainer Mirko Slomka vertragen. Ihm gehen langsam die Spieler aus. Und das vor dem vielleicht schon existenzentscheidenden Heimspiel gegen Abstiegskonkurrent Frankfurt. Jetzt sind diese Woche auch noch Lasogga, Jansen und van der Vaart ins Hamburger Lazarett eingezogen. Bisher Verbannte und Transfer-Flops müssen also die Karre aus dem Dreck ziehen. Das wird ganz, ganz schwer für den HSV. Ich als Bremer würde die Rothosen auf jeden Fall sehr vermissen. Deshalb drücke ich Slomka und seiner Truppe heimlich die Daumen. Auf so schöne Nordderbys wie letzte Woche (1:0 für Werder) möchte ich in der nächsten Saison sicher nicht verzichten.

Auch bei den anderen Clubs der unteren Tabellenregionen stehen wichtige Spiele an. Stuttgart (15.) empfängt Braunschweig (18.). Wohl die letzte Chance für Trainer-Novize Schneider. Ein weiterer Ausbau der historischen Pleitenserie würde das Aus bedeuten. Auch Braunschweig muss endlich punkten, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Unmöglich ist das nicht! Werder (13.) hingegen reist nach Nürnberg (14.). Beide Clubs zeigen eine positive Tendenz und wollen näher an die sicheren Regionen heran. Ein Unentschieden muss für meine Bremer drin sein! Freiburg (17.) hat's am schwersten. Der BVB kommt am Sonntag in den Breisgau. Sehr spannend ist auch mittlerweile, wie es mit Leverkusen weitergeht. Was ist mit denen bloß passiert? Nach einer tollen Hinrunde wird jetzt eine Partie nach der anderen vergeigt. Am Samstag wartet Hannover auf Hyypiäs Mannschaft. Ach ja, und die Bayern? Die schießen den VfL Wolfsburg aus dem eigene Stadion heraus. Was auch sonst?

Einen packenden Abstiegskampf und tolle Tore für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

28 Februar 2014

Nordderby: Bitter, aber Vorteil HSV

Alle Blicke am Fußballwochenende richten sich gen Norden. Das 100. Derby zwischen Werder und dem HSV steht auf dem Spielplan (Foto: dpa). Durch die norddeutsche Brille betrachtet heißt das: Mehr geht nicht! Die aktuellen Umstände machen das Match zu einem absoluten Nervenspiel: Beide Traditionsclubs müssen einen Big Point erzielen. Es geht schon fast ums sportliche Überleben. Zu Werder: Die Qualität ist im Keller. Noch kein Sieg in diesem Jahr. Dutt redet seine Leute trotzdem stark. Einziger Lichtblick ist die Rückkehr von Spielmacher Hunt. Zum HSV: Nach dem 3:0 letzte Woche gegen Dortmund sind die Rothosen im Aufwind. Der Trainerwechsel zu Mirko Slomka hat die richtigen Reizpunkte scheinbar aktiviert. Insgesamt leichter Vorteil für die Hamburger. Fällt mir als Bremer nicht leicht, das zuzugeben.

Für Schalke lief es nicht eben rund in der Champions League am Mittwoch. Man wollte sich gegen Real so gut wie möglich verkaufen. Das ging mit 1:6 aber vollends in die Hose. So richtig wissen sie in Gelsenkirchen trotz toller Erfolge in der Liga immer noch nicht, wo sie mit Trainer Jens Keller wirklich stehen. Aber auch in München wird man den Auftritt von Ronaldo & Co. sehr aufmerksam beobachtet haben. Kleine, aber ernste Sorgenfalten mögen sich auf Pep Guardiolas Stirn gebildet haben. Ein Real Madrid unter Ancelotti mit Bale, Ronaldo und Benzema in der Offensive kann auch dem FC Bayern problemlos ein paar Tore einschenken. Sollten die beiden Clubs im Viertelfinale aufeinander treffen, liegt in der Defensive der Schlüssel zum Erfolg.

Was ist sonst los an diesem 23. Bundesligaspieltag? Das Topspiel heißt ohne Zweifel Bayern gegen Schalke. Sicher wollen die Knappen sich nach der Real-Klatsche Selbstvertrauen erspielen. Aber das wird wohl nichts. Bayern wird Königsblau aus dem Stadion schießen. So einfach und so langweilig ist das. Selbst Verletztenmeldungen sind mittlerweile egal beim FCB. Die Nachrücker sind ja schließlich auch weltklasse. Bitter für die Konkurrenz! Dafür finden wir aber mit Frankfurt (13.) gegen Stuttgart (15.) ein weiteres brisantes Abstiegsduell auf dem Spielplan. Nach dem unglücklichen 3:3-Aus gegen Porto in der Europa League können die Hessen sich nun komplett auf die Liga konzentrieren. Auch ein Vorteil. Ich tipp' jetzt einfach mal die Absteiger: Freiburg, Braunschweig, Stuttgart. Was meinen Sie? Sehen Sie das anders? Ansonsten können wir uns morgen auf Dortmund gegen Nürnberg und Leverkusen gegen Mainz freuen.

Ein packendes Nordderby ohne Gewalt wünscht

Carl-Eduard Meyer

21 Februar 2014

Slomka beim HSV: Beten und gute Laune

So, nun soll es also Mirko Slomka (Bild: dpa) beim HSV richten. Die gute Laune, die derzeit in Hamburg auf Knopfdruck enstanden ist, und der inszeniertee Zweckoptimismus beim Bundesliga-Dino sind allerdings einigermaßen durchschaubar. Slomka hat keine Chance, und die muss er nutzen. Er redet die Truppe stark, setzt Reizpunkte (Westermann wohl raus aus der Startelf), inszeniert sich als echter Hamburger (im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit festem Wohnsitz) und betet ansonsten allabendlich zum lieben Fußball-Gott, dass seine Rechnung aufgeht. Der Spielplan meint es allerdings nicht gut mit dem HSV: Dortmund kommt. Slomka muss die wahrscheinliche Niederlage positiv verkaufen und die starken Momente seiner Mannschaft herausstellen. Oder der liebe Gott trägt die Raute im Herzen und schenkt Slomka am Samstag ein Fußballwunder... Ich freu' mich auf dieses Spiel!

Das Spiel der Bayern gegen Arsenal am Mittwoch war bemerkenswert. Nicht nur wegen des Ergebnisses (2:0 für die Münchener). Guardiolas Mannschaft hatte rund 80 Prozent Ballbesitz. Und das auswärts bei einer Top-Truppe wie den Londonern. Unglaublich! Dazu machte Toni Kroos eines der besten Spiele seiner Karriere und ließ Özil, seinen Konkurrenten um die Spielmacherposition in der Nationalmannschaft, unglaublich schlecht aussehen. Und dass der Beinahe-Weltfußballer Ribery bei dieser Bayern-Gala gefehlt hat, ist auch für niemanden ein Thema. Nun muss Pep es nur noch schaffen, aus den Bayern den ersten Titelverteidiger der Champions-League-Historie zu machen. Ich halte das für keineswegs unrealistisch.

Heute Abend machen Schalke und Mainz den Opener in der Liga. Beide Mannschaften sind in den letzten Wochen in der Tabelle deutlich nach oben geklettert. Schalke auf 4, Mainz auf 7. Das wird ein feines Spiel! Stuttgart empfängt Hertha. Aber was ist da los bei den Schwaben? Einigermaßen unerwartet findet sich der VfB mitten im Abstiegsstrudel wieder. Eine wahnsinnig schwere Aufgabe für den jungen Trainer Schneider. Überhaupt ist der Abstiegskampf derzeit spannender als die Situation an der Tabellenspitze. Mit Frankfurt, Werder, Nürnberg, dem HSV und Stuttgart stecken fünf Traditionsclubs im tiefsten Schlamassel! Da werden am Saisonende Tränen fließen. Aber hoffentlich nicht bei meinen Bremern. Die Grün-Weißen müssen in Frankfurt ran, Nürnberg empfängt Augsburg.

Gute Nerven für den Abstiegskampf und viel Erfolg für Ihre Vereine wünscht

Carl-Eduard Meyer

14 Februar 2014

HSV: Auf der Rolltreppe ins Tiefgeschoss

Wow, was derzeit beim HSV abgeht, das hätte sich kein Drehbuchautor dramatischer ausdenken können. Intrigen, Demontagen, Nebelkerzen. Wer ist gut? Wer ist böse? Keiner blickt mehr durch. Fakt ist: Magath kommt nicht. Die Mannschaft agiert desaströs. Am Samstag ist in Braunschweig Abstiegsgipfel. Danach werden die Karten wieder neu gemischt. Beim HSV denkt man nur noch in Tagen. Langfristige Perspektiven sind im großen Durcheinander der Interessengruppen nicht mehr durchzusetzen. Auch wenn man kein Magath-Fan ist: Hätte die HSV-Ikone das Ruder übernommen, dann wäre zumindest ein Ende des zermürbenden Herumgewurschtels dabei herausgekommen. Klare Kante wäre allemal besser gewesen als ein ungeordnetes "Weiter so". Der HSV auf der Rolltreppe ins Tiefgeschoss (Bild: dpa).

Auch in Leverkusen brannte diese Woche der Baum. Mit einer blamablen Vorstellung verabschiedete sich der Tabellenzweite mit einem 0:1 gegen Zweitligist Kaiserslautern aus dem DFB-Pokal. Unglaublich! Nun kommt am Samstag Abend Schalke in die BayArena. Die Knappen sind derzeit super drauf. Achtung, Rudi Völler, so kann man den direkten Einzug in die Champions League schnell verspielen. Anders dagegen der VfL Wolfsburg: So langsam entwickelt Heckings Truppe Stabilität bei Spitzenleistungen. Trumpf dabei: Diva Diego wurde gegen den Strategen de Bruyne ausgetauscht. Wahrscheinlich der wichtigste Transfer von Allofs überhaupt. Um de Bruyne herum lässt sich etwas aufbauen.

Und gegen wen gewinnen die Bayern am Wochenende? Genau. Gegen Freiburg. Das waren übrigens die ersten, die den Münchenern in dieser Saison einen Punkt abgeknapst haben. Schade, dass sich die tolle Entwicklung der Breisgauer nicht fortgesetzt hat. Immerhin hat Streichs Truppe mittlerweile den Abstiegsplatz an den HSV weitergereicht. Gute Meldung im Hinblick auf die WM: Schweini ist wieder fit! Gladbach tritt bei meinen Bremern an. Dutt & Eichin können sich freuen, dass der HSV ihnen derzeit die Show stiehlt. Deshalb können sie trotz anhaltendem Misserfolg ohne großen Gegenwind weiterarbeiten. Erstaunlich, wie man in Bremen die Besonnenheit wahrt. Dortmund spielt schon wieder gegen Frankfurt, die taumelnden Stuttgarter treten in Hoffenheim an (Wirkung des Trainerwechsels komplett verpufft ...?) und Hertha erwartet am Sonntag die Wölfe.

Einen tollen Spieltag und gute Besserung dem HSV (ohne Häme) wünscht

Carl-Eduard Meyer

07 Februar 2014

SVW und HSV: Die Krise wohnt im Norden

Die Krise des deutschen Fußballs wohnt im Norden. Werder und der HSV taumeln dem Abstieg entgegen. Beide immerhin die zweit- und drittplatzierten Vereine der ewigen Bundesliga-Tabelle. Bitter für mich als Bremen-Fan und natürlich auch für die vielen HSVer hier bei news aktuell. Fangen wir mit den Rothosen an. Kapitän van der Vaart stolpert seit Wochen und Monaten glücklos über den Platz. Es gelingt ihm nicht mehr, das Spiel zu lenken.Trainer van Marwijk agiert extrem ungeschickt ("Nicht ich steige ab, sondern Ihr."). Dazu das seltsame Phänomen, dass anscheinend alle Spieler individuell schlechter werden, sobald sie beim HSV landen. Bestes Beispiel: Als "Fehleinkauf" Skjelbred von Hamburg nach Berlin wechselte, blühte er sofort auf und ist Stammspieler mit ordentlicher Leistungsbilanz. Am Sonntag ist die Hertha zu Gast in Hamburg. Mal wieder ein Schicksalsspiel für den Liga-Dino!

Auch bei Werder wird's langsam düster. Untauglich für die Bundesliga lautete das vernichtende Urteil der Kommentatoren nach dem 1:3 gegen Augsburg am letzten Spieltag. Dutts Ziel, die Mannschaft im gesicherten Mittelfeld zu platzieren, kann getrost als gescheitert betrachtet werden (Foto: dpa). Auch für ihn wird's bald ungemütlich. Warum die Profis in Augsburg kollektiv 90 Minuten im Tiefschlaf verbracht haben, kann auch er nicht erklären. Und nun die üblichen Parolen: "Haben toll trainiert", "Wir laufen gegen Dortmund bis wir kotzen", "Die Mannschaft hat es jetzt verstanden". Wer soll daran noch glauben? Immerhin sind mit Hunt und Neuzugang Obraniak am Samstag gegen den BVB zwei neue spielstarke Akteure auf dem Feld. Trotzdem wird es wohl keinen Punktgewinn geben.

Zum aktuellen Spieltag: Ach, war das noch schön, als es den FC Hollywood gab. Jede Woche Gezanke und Gezeter beim FC Bayern. Auch wenn die Qualität des FCB absolut beeindruckend ist - besonders spannend ist das Geschehen derzeit nicht an der Säbener Straße. Guardiolas Megatruppe spielt am Samstag in Nürnberg. Wahrscheinlich können die Bayern im März die Meisterschaft feiern, wenn es so weitergeht. Interessanter ist dagegen die plötzliche Auferstehung von Schalke 04. Nach zwei Siegen steht man schon wieder auf Platz vier. Aus Keller wird man einfach nicht schlau. Die Knappen empfangen Hannover 96. Noch so eine Erfolgsstory. Neuer Trainer, zwei Siege in Folge - alles wieder in Butter bei 96. Wolfsburg begrüßt Mainz, Gladbach und Leverkusen machen heute Abend den Auftakt.

Ein tolles Fußball-Wochenende wünscht

Carl-Eduard Meyer

31 Januar 2014

Krise total: Beim HSV geht's abwärts

Für einen Verein gab's diese Woche so richtig auf die Mütze: Für den HSV (Foto: dpa). Der Verein mit der Raute, der sich aufgrund phänomenaler Erfolge Anfang der Achtziger immer noch zu den Großen der Liga zählt, steht mit dem Rücken zur Wand. Nach der schlappen 0:3-Vorstellung gegen Schalke stehen die Rothosen auf dem Relegationsplatz. Trainer van Maarwijk muss sich für Heimreisen und freie Tage rechtfertigen. Klare Signale, dass sich alle beim HSV für den Verein zerreissen, sehen anders aus. Verärgerung, Frust und Erfolglosigkeit sind eine unheilvolle Mischung. Bitte aufwachen, HSV! Der Norden braucht einen starken und gesunden Bundesligaverein. Das ist extrem wichtig für die Stadt und die Region. Von der Idee, sich in Liga Zwei zu gesunden, halte ich nichts. Das kann ein mächtiger Schuss in den Ofen werden. Siehe zum Beispiel München 1860.

Auch in Dortmund läuft es alles andere als rund. Krampfig und uninspiriert trat der BVB gegen Augsburg an. Was ist da bloß los? Jetzt ist auch noch Kuba für den Rest der Saison außer Gefecht. Zwar hat Klopp bereits Ersatz verpflichtet, aber die Probleme liegen wesentlich tiefer. Der junge Serbe Milos Jojic (21) von Partizan Belgrad scheint ein vielversprechender Mittelfeld-Allrounder zu sein, aber ein Heilsbringer ist er nicht. Was Klopp und der BVB tun müssen, klingt so einfach, ist aber wahnsinnig schwer: Der Verein braucht diesen Hunger, diesen unglaublichen Spaß am Spiel zurück, um wieder den gewohnten (und erfolgreichen) Hochgeschwindigkeits-Fußball zu bieten. Hoffentlich wird das Frustpotenzial bei Schwarz-Gelb nicht noch größer. Ein gewisses Gegengewicht zum FC Bayern ist für die komplette Liga wichtig!

So, und nun ab aufs Spielfeld! Heute Abend kann sich der BVB in Braunschweig ein Erfolgserlebnis holen. Wenn man nicht beim Schlusslicht gewinnt, wo denn dann? Unser zweites Sorgenkind, der HSV, reist nach Hoffenheim. Nicht eben ein Wunschgegner. Im Hinspiel gab's zu Hause eine deftige 1:5-Klatsche. Bayern empfängt am Sonntag Frankfurt. Gähn ... . So langsam wird's mit den Super-Bayern wirklich etwas langweilig. Tolles Verfolger-Match am Samstag: Schalke gegen Wolfsburg. Draxler geht nun doch nicht zu Arsenal. Gut für die Knappen! Werder spielt in Augsburg, Gladbach in Hannover.

Tore satt und viel Erfolg für Ihre Teams wünscht Ihnen

Carl-Eduard Meyer

24 Januar 2014

Endlich geht's wieder los! Vorfreude auf die Bundesliga-Rückrunde

Endlich geht der Fußball wieder los. Nach einer einigermaßen ereignisarmen Winterpause rollt der Ball heute Abend zum Auftakt der Bundesligarückrunde in Mönchengladbach. Gegner der Fohlen ist niemand Geringeres als der Mega-FC-Bayern (Live, ab 20.15 Uhr bei ARD und Sky). Aber was war überhaupt los in den letzten Wochen? Frank Ribery (Bild: dpa) wurde nicht Weltfußballer, der FCB hat unglaublicherweise ein Testspiel verloren (0:3 gegen Red Bull Salzburg) und der HSV hat sich mehr oder weniger erfolgreich mit sich selbst beschäftigt. Alles keine wirklichen Aufreger, denkt der geneigte Fußball-Fan. Aber für alle ein Grund mehr, den Anstoß heute Abend mit großer Vorfreude herbeizusehnen.

Die Rückrunde 2013/14 verspricht trotz der Pole Position für die Bayern so richtig spannend und aufregend zu werden. Kommt der BVB wieder in die Form der letzten beiden Jahre? Wird Gladbach sich tatsächlich ganz oben festsetzen? Welche Krise brütet Schalke derzeit aus? Werden Werder und der HSV sich aus dem Abstiegskampf heraushalten können? Kann der VfL Wolfsburg den Großangriff auf die Champions League erfolgreich gestalten? (Immerhin wurden in der Autostadt mit Gustavo und de Bruyne mehr als 40 Millionen EURO investiert.) Auch die Wochen vor der WM versprechen jede Menge Zündstoff. Jeder Nationalspieler wird sich in der Rückrunde voll reinhängen, um einen der heiß umkämpften Plätze in Jogis Entourage zu ergattern.

Werfen wir aber noch einen Blick auf die übrigen Auftaktmatches des Wochenendes: Der BVB muss zu Hause gegen Augsburg punkten. Ohne Wenn und Aber! Augsburg hat sich zuletzt toll entwickelt und steht überraschend auf Platz 8. Ein Spaziergang wird das für die Schwarz-Gelben auf keinen Fall. Der HSV empfängt am Sonntag Schalke 04. Trainer Keller sitzt immer noch auf der Bank, obwohl alle mit seiner Demission gerechnet haben. Er will's jetzt allen zeigen. Aber auch der HSV muss nach seinen internen Reformdiskussionen, zwei Neuzugängen und der immer noch nachwirkenden Heimniederlage gegen Mainz volle Pulle auf Sieg spielen. Ich erwarte einen hochemotionalen Fight! Werder spielt zu Hause gegen Braunschweig (Ein Dreier ist für das heutige Geburtstagskind Robin Dutt Pflicht!), Champions-League-Kandidat Wolfsburg begrüßt Hannover im Niedersachen-Derby und das Top-Team Leverkusen tritt in Freiburg an.

Einen tollen Rückrundenstart und viel Spaß mit Ihren Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

20 Dezember 2013

Bundesliga-Gewinner: FC Bayern, Verlierer: BVB, Frankfurt, Braunschweig


Das Fußball-Jahr geht zu Ende. Höchste Zeit, sich einige Gedanken über die Highlights der letzten Monate zu machen: Über allem thront der unvergleiche, majestätische FC Bayern (Foto: dpa). Das muss man sich mal klar machen: Ein Verein holt souverän das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Und dann? Dann holen sie sich den erfolgreichsten Trainer der Welt dazu und können sich auch noch absolute Ausnahmespieler wie Götze und Thiago leisten. So verhalten sich wahrlich nur die "Kosmischen"! (Selbst eine Kleinigkeit wie ein millionenschwerer Steuerbetrug des Vereinsbosses wird smart weggelächelt ...) Verbeugen wir uns alle in Demut vor so viel Größe und Erfolg! Am Samstag dürfen wir dann wohl bei der obskuren Club-WM den nächsten Titel bejubeln ...

Und wer sind die Verlierer der Bundesliga-Hinrunde? Für mich Dortmund, Frankfurt und Braunschweig. Der BVB hat sicher schwer daran zu schlucken, dass die Konkurrenz aus München derzeit mit Siebenmeilenstiefeln enteilt. 14 Punkte trennen die beiden Giganten bereits. Die Meisterschaft kann man in Dortmund abhaken. Lange Gesichter gibt's auch in Frankfurt. Die Überflieger der Vorsaison haben eine volle Bruchlandung hingelegt. Zwar spielen die Hessen recht souverän die Europa League, aber in der Bundesliga reicht es derzeit nur für Rang 15. Ganz bitter läuft es für Aufsteiger Braunschweig. Trotz großer Euphorie im Umfeld gibt es Woche für Woche auf die Nuss. Unterm Strich stehen mikroskopische acht Punkte und das Ticket für Liga Zwei.

Heute Abend startet der letzte Spieltag des Jahres. Da will jeder Krisen-Club auf den letzten Drücker noch drei Punkte einfahren. So zum Beispiel Werder. Aber ob das ausgerechnet gegen den Vize-Herbstmeister Leverkusen gelingen wird? Wohl kaum. Rauhe See erwartet Dutt an der Weser. Ähnlich Grau in Grau sieht es beim HSV aus. Die Rothosen wollen zu Hause gegen zuletzt quirlige Mainzer das Punktekonto aufwerten. Der BVB empfängt die toll aufspielende Hertha (Platz 7). Reus und Co müssen endlich ihre Chancenauswertung verbessern. Bayern tritt bei der Club WM an und spielt erst Ende Januar gegen Stuttgart. Schönes Match aber in Gladbach: Die glänzend aufgelegten Fohlen empfangen die zuletzt ebenfalls treffsicheren Wolfsburger.

Ein schönes Fest, einen guten Rutsch und eine nicht allzu langweilige fußballfreie Zeit wünscht

Carl-Eduard Meyer

13 Dezember 2013

Wo ist Dortmunds Dominanz geblieben?

Starke Leistung des deutschen Fußballs. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen haben es komplett ins Achtelfinale der Champions League geschafft! Bis auf die Münchener war es bei allen Clubs denkbar knapp. Insbesondere Dortmund hat Moral bewiesen und mit einem Akt der absoluten Willenskraft erst in der 87. Minute das Weiterkommen perfekt gemacht (Bild: dpa). Wahnsinn! Es zeigt aber auch, dass die beeindruckende Dominanz der Schwarz-Gelben aus der Vorsaison derzeit auf Eis liegt. Irgendwo ist Sand im Getriebe. Sind die Neueinkäufe Mkhitaryan und Aubameyang doch nicht geeignet für höchste Weihen? Liegt es an den zahlreichen Verletzten? Irgendwie fehlen die letzten Prozentpunkte, um ganz vorne mitzuspielen. Klopp hat ne' Menge Arbeit vor sich.

Heute Abend steht der SV Werder Bremen unter Druck wie schon lange nicht mehr. Mit 0:7 hat sich die einstige Top-Mannschaft zu Hause vom FC Bayern abschlachten lassen. Trainer Dutt verliert langsam die Fassung und wirkt bereits deutlich angespannter als bei seinem Dienstantritt im Sommer. Vereinschef und Legende Willi Lemke fährt eine Politik der ruhigen Hand. Nichts anderes als eine harte Saison habe man an der Weser erwartet, sagt er. Dutt und Sportchef Eichin seien Volltreffer. Das bleibt abzuwarten. Wenn heute das Spiel gegen Hertha in die Hose geht, dann ist purer Abstiegskampf in Bremen angesagt. Ob's dann bei der ruhigen Hand bleibt, scheint mir unwahrscheinlich.

Weitere feine Partien hält der 16. Spieltag bereit. Der HSV reist nach München. Nach dem blamablen 0:1 gegen Augsburg und mit der Erinnerung an das 2:9 der Vorsaison im Gepäck schlottern den Rothosen spürbar die Knie. Der BVB tritt in Hoffenheim an. Ein Torfestival können wir fest einplanen. In Sinsheim fallen die meisten Treffer. Leverkusen empfängt Frankfurt. Während die Hessen letzte Saison noch die Überraschungself schlechthin waren, nimmt derzeit die Truppe von Sami Hyypiä diese Rolle ein. Hut ab vor der ruhigen und akribischen Arbeit des Finnen beim Werksclub. Belohnung: Platz 2. Und sonst? Duell der Enttäuschten in Hannover. Die Niedersachsen empfangen den schlingernden Club aus Nürnberg. Schalke spielt gegen Freiburg, Mainz empfängt Gladbach.

Tolle Tore und viel Spaß mit dem 16. Spieltag wünscht

Carl-Eduard Meyer

06 Dezember 2013

Auslosung WM 2014: Hallo Italien, Frankreich, Holland! Wir kommen!

Heute Abend blickt die Welt nach Südamerika. Die Spielgruppen der WM 2014 werden ausgelost. Gastgeber Brasilien hat sich für die erste große Visitenkarte, die abgegeben wird, nicht lumpen lassen: Ein ganzes Veranstaltungszentrum wurde aus dem Boden gestampft, um der Fußball-Welt ein hübsches Bild aus Palmen, Strand und Gastfreundschaft zu bieten (Foto: dpa). Hoffen wir, dass das alles am Ende nicht nur Kulisse ist. Aber wen wünschen wir uns in unserer Gruppe? Wenn es dumm läuft, könnten wir bereits in der Vorrunde auf Italien, Frankreich oder auch unseren Lieblingsfeind Holland treffen. Dazu noch die USA mit Klinsi oder auch Mexiko aus Topf 3. Plus ein starkes afrikanisches Team aus Topf 2 und fertig wäre die ultimative Hammergruppe. Aber vertrauen wir mal lieber auf das traditionelle deutsche Losglück und freuen uns auf Algerien, Honduras und Bosnien-Herzegowina.

Die DFL hat diese Woche entschieden, dass die Bundesliga das traditionelle Meisterjahr von August bis Juni beibehält. Die Umstellung auf's Kalenderjahr wurde von den Vereinen mit großer Mehrheit abgelehnt. Zum Glück! Wäre ja noch schöner, wenn die nationalen Ligen sich dem FIFA-Vorstoß einer "Winter-WM" in Katar unterwerfen müssten. Die Entscheidung, die WM 2022 in der Wüste stattfinden zu lassen, ist sowieso schon fragwürdig genug. Stellen Sie sich vor, die entscheidenden deutschen Meisterschaftsspiele finden im verschneiten Stadion statt. Kein gemeinsames Gucken am Grill unter freiem Himmel mit Freunden und Familien. Vielleicht sogar noch mit Spielabsagen, die die gesamte Meisterschaft durcheinanderbringen ... Nein, Danke! Alles richtig gemacht, liebe DFL.

Der 15. Spieltag hält für uns echte Leckerbissen bereit. Mit Dortmund und Leverkusen treffen die beiden direkten Bayern-Jäger aufeinander. Klopps BVB muss unbedingt gewinnen, um die hohen Ansprüche zu untermauern. Läuft es richtig schlecht, könnten sich die Schwarz-Gelben am Ende des Spieltages sogar auf Platz vier wiederfinden. Der Einsatz von Reus ist nach wie vor fraglich. Außerdem können wir uns auf ein weiteres Spitzenspiel freuen: Gladbach empfängt mit derzeit extrem breiter Brust Schalke 04. Die Knappen lassen nach dem desaströsen 1:3 im Pokal gegen Hoffenheim die Köpfe hängen. Vorteil für die Fohlen also! Und dann kommen noch die Bayern nach Bremen. Obwohl Teile des Weser-Stadions aus Angst vor dem Hochwasser bereits leer geräumt wurden, kann das Spiel aller Voraussicht nach stattfinden. Ein echtes Spitzenspiel ist der ehemalige Nord-Süd-Kracher aber leider nicht mehr. Der HSV empfängt Augsburg, Hannover tritt in Stuttgart an.

Ein stürmisches Wochenende im fußballerischen Sinn wünscht

Carl-Eduard Meyer

29 November 2013

Götze endgültig ein Roter!

Da können sich die BVB-Fans aufregen wie sie wollen: Mario Götze (Bild: dpa) ist jetzt endgültig ein Roter. Nach holprigem Start in München liefert der kleine Wirbelwind jetzt ab, was Hoeneß sich für seine 37 Millionen Euro erwartet hat. Im direkten Duell mit dem BVB schoss er das wegweisende 1:0, in Moskau am Dienstag in der Champions League machte er mit seinem sehenswerten 2:0 den Sack zu (Endstand: 3:1). Beeindruckend, was Götze mit seinen gerade Mal 21 Jahren bereits Wert ist. Große Spieler entscheiden große Spiele lautet eine Binsenweisheit des Fußballs. Bei Götze werden es einige werden - da bin ich mir sicher.

Auch für den BVB lief es bestens in der Königsklasse. Mit einem tollen 3:1 setzen sich die Schwarz-Gelben gegen Neapel durch. Endlich zeigte der BVB wieder, warum er es damals im Juni ins Finale schaffte. Für Schalke ist nach dem 0:0 gegen Bukarest noch alles drin. Das letzte Gruppenspiel zu Hause gegen Basel muss allerdings gewonnen werden. Ordentlich bedröppelte Gesichter gab es allerdings in Leverkusen. OK, man verlor schließlich gegen eine Top-Mannschaft wie ManU. Aber ein 0:5 war schon extrem blamabel. Doch selbst Leverkusen kann noch ins Achtelfinale kommen. Vorausgesetzt ManU besiegt zu Hause Donezk. Das wird ein dramatischer letzter Gruppenspieltag am 10. und 11. Dezember. Vier Teams in den Play Offs wären eine wichtige Visitenkarte für den deutschen Fußball.

Heute Abend steigt das mit Spannung erwartete Nordderby Wolfsburg gegen den HSV. Die Wölfe schleichen sich derzeit langsam in Tabellenregionen vor, die die VW-Bosse schon seit langem erwarten. Auch bei den Hamburgern steigt trotz Platz 11 das Stimmungsbarometer. Mit Lasogga wurde endlich mal wieder ein verlässlicher Goalgetter verpflichtet. Der wird aber am Saisonende den direkten Abflug zurück nach Berlin machen (müssen). Bayern empfängt Braunschweig zum Scheibenschießen. Dortmund muss in Mainz punkten. "Iron Manni" Bender meldet sich nach seinem Nasenbeinbruch gegen Neapel schon wieder fit. Beeindruckend! Etwas Sorgen mache ich mir um meine Bremer. Die Tendenz zeigt nach unten in Richtung Abstiegskampf. Da würde mir ein Dreier in Hoffenheim den Start in die Adventszeit deutlich verschönern.

Tolle Tore und viele Überraschungen wünscht

Carl-Eduard Meyer

22 November 2013

Dortmund braucht ein Heldenstück gegen den FCB


Alle Augen richten sich auf das Mega-Duell Dortmund gegen Bayern. Doch ich muss Sie leider enttäuschen. So spannend das deutsche El Clásico auch werden wird, so wenig werden wir eine Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Meisterschaft erleben. Zum Glück! Denn trotz eines Bayern-Vorsprungs von im besten Fall sieben Punkten wird weiterhin mit dem BVB zu rechnen sein. Die Spannung bleibt noch lange erhalten. Aber es ist schon brutal, wenn man sich die Verletzten der Gelb-Schwarzen ansieht. Ohne Subotic, Hummels und Schmelzer, also quasi ohne die komplette Stammverteidigung, muss für Dortmund morgen Abend ein echtes Heldenstück her, um dem FCB drei Punkte abzuknöpfen (Bild: dpa).

Welches Fazit ziehen wir aus den beiden Länderspielen gegen Italien und England? Das Wichtigste ist: Deutschland bleibt gegen die Großen konkurrenzfähig, selbst wenn wesentliche Protagonisten fehlen. Gegen England standen Lahm, Schweinsteiger, Özil und Müller nicht auf dem Platz. Eine komplette Achse mit Weltklasse-Niveau fehlte, ohne dass ein wirklicher Qualitätsabfall sichtbar wurde. Der eine oder andere Nationaltrainer wird mächtig neidisch nach Wembley geblickt haben. Aber egal, im nächsten Jahr den Weltmeistertitel zu holen, ist und bleibt eine wahnsinnig schwere Aufgabe. Wichtig ist mir, dass Sami Khedira schnell wieder fit wird. Einen wie ihn brauchen wir für die Mission Brasilien!

Das Fußballwochende liefert uns neben dem Kampf der Titanen noch weitere Leckerbissen. Gleich heute Abend geht's los mit Stuttgart gegen Gladbach: Zwei überdurchschnittlich offensivstarke Mannschaften treffen aufeinander. Beeindruckt bin ich von Lucien Favres Arbeit bei den Fohlen. Die sportliche Führung hat nach dem Einbruch durch den Reus-Abgang am Trainer festgehalten und erntet jetzt die Früchte. Insbesondere Max Kruse ist ein absoluter Gewinn. Am Sonntag steht dann das Nordderby HSV gegen Hannover an. Die Hamburger müssen bis Jahresende auf Spielmacher van der Vaart verzichten, der sich zuletzt in Bestform zeigte. Da werden die Rothosen beweisen müssen, dass sie auch als Mannschaft funktionieren. Werder empfängt Mainz, Hertha erwartet Leverkusen und Schalke reist nach Frankfurt.

Viele Tore und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

08 November 2013

Dortmund: Nur noch Prinzip Hoffnung in der Champions League

Puh, das war aus deutscher Sicht wahrlich keine Champions-League-Woche zum Zungeschnalzen. Die Bayern haben zwar in Pilsen glanzlos und mit Glück das Achtelfinale klar gemacht. Auch das 0:0 von Leverkusen in Donezk kann ein ganz wichtiger Punkt sein. Die Ergebnisse von Dortmund und Schalke aber waren dagegen komplett ernüchternd. Der BVB (Bild: dpa) hat beim 0:1 gegen Arsenal insgesamt ansprechend gespielt, aber nun müssen die Schwarz-Gelben beide noch ausstehenden Spiele gewinnen (zu Hause gegen Neapel und auswärts gegen Marseille). Kein Spaziergang. Schalke hat beim 0:3 gegen Chelsea wieder ordentlich die Hucke voll bekommen. Trotzdem ist für die Knappen zum Glück noch alles drin. Hoffen wir, dass am Ende alle vier Teams in die K.O.-Runde einziehen.

Zur Bundesliga: Heute Abend geht ein ganz besonderes Spiel über die Bühne. Erstmals seit 37 Jahren begrüßt Hannover den Erzrivalen aus Braunschweig im hochemotionalen Niedersachsen-Derby. Alarmstufe Rot beim Gastgeber! Anscheinend haben Braunschweiger Fans sogar eine echte Sau ("geschmückt" mit 96er-Schal) in der Innenstadt ausgesetzt. Geschmacklos! Aber auch sportlich ist die Partie brisant. Beide Vereine laufen ihren Zielen weit hinterher. Hannover dümpelt auf Platz 11 herum, Braunschweig ziert seit Wochen konsequent den letzten Tabellenplatz. Die Rollen sind also klar verteilt: Hannover muss gewinnen, Braunschweig darf höchstens auf eine Sensation hoffen.

Und sonst? Die Bayern sammeln fleißig weiter Punkte. Dieses Mal gegen Nobody Augsburg. Wenn der FCB gewinnt, dann stellt er einen neuen Rekord auf. 37 Mal ungeschlagen würde es dann heißen und die Uralt-Bestmarke des HSV übertroffen sein. Kleiner Dämpfer beim Branchenprimus: Schweinsteiger muss operiert werden und fällt wahrscheinlich den Rest des Jahres aus. Der BVB reist nach Wolfsburg, wo Klaus Allofs langsam eine Werder-Filiale aufbaut. Jetzt soll auch noch Hunt kommen. Die Bremer treten in Gelsenkirchen an. Mittlerweile auf einem respektablen achten Platz, rechnen sich die Grün-Weißen auch auf Schalke den einen oder anderen Punkt aus. Leverkusen erwartet den HSV, Gladbach empfängt Nürnberg.

Einen tollen Spieltag und ein friedliches Niedersachsen-Derby wünscht

Carl-Eduard Meyer

01 November 2013

Kloppo bleibt beim BVB: Chapeau für die gesamte Liga!

Klopp verlängert beim BVB! Bis 2018. Man kann einfach nur neidvoll in Richtung Dortmund schauen. Klopp (Bild: dpa) ist mittlerweile einer der begehrtesten Trainer der Welt. Wer ein Team zu Meisterschaft, Double-Gewinn und ins Finale der Champions League führt, der ist ein ganz Großer. Uli Hoeneß hat mal gesagt, sein größter Fehler sei es gewesen, damals im Jahre 2008 statt Klopp lieber Klinsmann verpflichtet zu haben. Man kann es ihm heute gerne glauben. Freuen wir uns auf weitere unterhaltsame und erfolgreiche Kloppo-Jahre!

Heute Abend eröffnet dann Kloppo auch gleich die große Bühne Bundesliga. Der BVB empfängt den VfB Stuttgart. Bisher haben sich die Dortmunder sehr respektvoll gegenüber den Schwaben geäußert und warnen insbesondere vor Stürmer Vedad Ibisevic, der mit sieben Treffern die aktuelle Torjägerliste anführt. Überhaupt scheint mit dem neuen Trainer Thomas Schneider deutlich mehr Konstanz in die Mannschaft gekommen zu sein. Die Stuttgarter liegen nur noch zwei Punkte hinter den internationalen Startplätzen. Respekt! Ob allerdings die neue schwäbische Wertarbeit der geballten Offensiv-Power des BVB gewachsen ist, wird sich zeigen.

Überhaupt wird es spannend in den Stadien am Wochenende: Zwei Mannschaften im absoluten Aufwind treffen aufeinander. Auf der einen Seite der HSV, der unter van Marwijk wieder fleißig Punkte sammelt und auch noch vom Fußballgott begünstigt wird (3:0 in Freiburg durch drei Torwartfehler!). Auf der anderen lauern die enorm spielstarken Gladbacher. Mit Kruse, Herrmann, Arango und Raffael verfügen die Fohlen über eine der durchschlagskräftigsten Sturmreihen der Liga. Die Bayern dagegen müssen nach Hoffenheim. Vorsicht Pep, keine Mannschaft hat bisher mehr Tore geschossen! Interessant wird auch der Vergleich zwischen Hertha und Schalke. Mit den Berlinern ist diese Saison zu rechnen. Platz fünf ist ein beeindruckendes Zwischenresultat für einen Aufsteiger. Werder empfängt im Nordderby Hannover 96, Wolfsburg reist nach Frankfurt.

Schöne Spiele und viel Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer

25 Oktober 2013

EM-Sommermärchen 2024? Immer gern!

Diese Nachricht schlug ein: Deutschland bewirbt sich für die Ausrichtung der EM 2024! Sofort werden Erinnerungen an magische Sommermärchen-Momente wach (Foto: dpa). Das Elfmeterschießen gegen Argentinien, das 1:0 gegen Polen in der 91. Minute oder das bittere Aus gegen Italien mit Ballacks Tränen. Es wäre großartig, wenn es klappt. Und es wird auf jeden Fall ein ganz besonderes Turnier, denn 2020 wartet die kontinentale Experimentier-EM auf uns. Entweder sind dann vier Jahre später alle froh, dass es in Deutschland wieder eine traditionelle EM gibt, oder man wünscht sich weiterhin EM-Spiele auf dem gesamten Kontinent. Na gut, Schluss mit dem Thema. Erstmal brauchen wir schließlich den Zuschlag für die große Party.

Und was war unter der Woche in der Champions League los? Man nimmt die Vorrundensiege deutscher Spitzenmannschaften mittlerweile gelassen zur Kenntnis. Nur Schalke bekam gegen ein starkes Chelsea die Grenzen aufgezeigt. Der BVB, Bayern und Leverkusen brachten es gemeinsam auf neun Punkte und 11:1 Tore. Imponierend! Besondere Beachtung verdient dabei der Dortmunder Auswärtssieg gegen den englischen Tabellenführer FC Arsenal und Mesut Özil. Etwas ratlos macht das Münchener Gezänk übers Elfmeterschießen. Robben mal wieder mittendrin. Soll er schießen? Darf er schießen? Will er schießen? Man weiss es nicht. Guardiola muss aufpassen. Ein stinkiger Superstar Robben kann schnell die Gemütslage der ganzen Mannschaft runterziehen.

Freuen wir uns lieber aufs Bundesliga-Wochenende. Am Samstag treffen Schalke und Dortmund aufeinander. Das ewig junge Revierderby ruft - aber streiten wollen sich die Clubbosse nicht. Watzke spricht vom "gemeinsamen Nenner", Tönnies von "Hochachtung" vor dem Lieblingsfeind. Egal, morgen ab 15.30 Uhr wird gerannt, geflucht und getreten. Ich freu' mich drauf! Sehr interessant wird die Partie Freiburg gegen den HSV. Mit van Marwijk ist erstmal so etwas wie Ruhe eingekehrt in Hamburg. Nun gilt es für die Profis zu beweisen, dass die jüngsten Erfolge kein Strohfeuer waren. Bayern wird gegen Hertha einen Dreier einfahren, Werder reist zum Nordderby nach Wolfsburg und Gladbach empfängt die Frankfurter Eintracht.

Vielen Dank an alle Leser, die sich meine neue App geholt haben. Meinen wöchentlichen Fußballkommentar gibt's jetzt nämlich auch auf dem Smartphone.

Tore satt und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

18 Oktober 2013

DFB-Elf: Weltklasse in der WM-Quali - aber wir mäkeln trotzdem

So, alles geritzt: Wir fahren nach Brasilien! Glückwunsch zu einer tollen Quali-Runde, liebe DFB-Elf (Bild: dpa). Neun Mal gewonnen, ein Mal unentschieden, keine Niederlage. Super! Es passiert aber wohl nur in unserem Land, dass Medien und "Experten" lieber stundenlang über Abstimmungsprobleme in der deutschen Abwehr diskutieren als die großartigen Leistungen von Jogi Löw und seinem Team zu würdigen. Klar, man kann immer etwas verbessern, aber mir kommt es dabei auf die Gewichtung an. Und die stimmt nicht! Löw wird wohl heute seinen Vertrag verlängern. Mal sehen, wer auch dabei ein Haar in der Suppe findet.

Zur Liga: In der letzten Saison wurden Freiburg und Mainz noch gefeiert - insbesondere ihre Trainer der etwas anderen Art. Christian Streich begeisterte als kauziger Taktikfuchs, Thomas Tuchel als Offensiv- und Motivationskünstler. Mittlerweile schmieren beide Clubs ab. Freiburg ist Siebzehnter, Mainz verliert nach hoffnungsvollem Start ein Spiel nach dem anderen. Interessant: Fans und Umfeld bleiben ruhig. Zur Not würde man mit den Trainern wohl auch in die Zweite Liga gehen. Das gefällt mir. Und wahrscheinlich ist das auch ein ganz wichtiger Grund dafür, warum beide Clubs bald wieder Punkte sammeln werden. Allerdings sollte Freiburg damit nicht ausgerechnet am Samstag in Bremen anfangen ... ;-)

Und was steht sonst noch an auf dem grünen Rasen? Die Bayern empfangen Mainz. Klare Sache für den FCB. Bei den Münchenern läuft's so rund, dass man genug Zeit hat, sich ausgiebig über die Socken-Marke von Mario Götze zu streiten. Der BVB begrüßt Hannover. Die Niedersachsen haben sich heimlich und leise an die Champions-League-Ränge herangearbeitet. Kompliment, Herr Slomka! Schalke muss wohl den Rest des Jahres auf Huntelaar verzichten. Am Samstag in Braunschweig ist ein Dreier Pflicht, um den zarten Aufwärtstrend zu bestätigen. Meine Bremer spielen zu Hause gegen die kriselnden Freiburger. Bei drei Punkten für Grün-Weiß geht's auf die internationalen Plätze - und das Träumen kann beginnen!

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Meinen wöchentlichen Fußballkommentar gibt's jetzt auch als App. Kostenlos natürlich. Für iPhone und Android. Made by AppMachine.com.

Tolle Spiele und ein schönes Fußball-Wochenende wünscht

Carl-Eduard Meyer

27 September 2013

HSV in der Krise: Letzte Hoffnung van Marwijk?

Nun soll es also Bert van Marwijk beim HSV richten. Beim BVB hat er ja vor einigen Jahren ganz erfolgreich mit (damals noch) bescheidenen Mitteln gearbeitet, bei der EM 2012 mit der holländischen Nationalelf allerdings ziemlichen Schiffbruch erlitten. Mittendrin damals Rafael van der Vaart, der offen gegen seinen Coach aufbegehrte. Ausgerechnet den schwächelnden HSV-Star muss van Marwijk (Foto:dpa) aber nun dringend wieder in die Spur kriegen, wenn es mit dem Aufschwung klappen soll. Klingt schon nach dem nächsten Konfliktherd beim den kriselnden Rothosen vor dem schweren Auswärtsspiel in Frankfurt ...

Noch ein Wort zum Nordderby am letzten Samstag: Ich finde es imponierend, in welch toller und friedlicher Atmosphäre dieses Spiel in den letzten Jahren stattfindet: Sportliche Rivalität unbedingt - Gewalt nein! Wenn man sieht, was zugleich in Istanbul oder Rom passiert ist, sind die deutschen Fans da ein echtes Vorbild! Keine großen Überraschungen gab's unter der Woche im DFB-Pokal - sieht man mal von der Mainzer Niederlage gegen Köln ab. Nach vier Pleiten in Folge herrscht Katerstimmung beim Karnevalsverein. Am Wochenende geht's zum Duell der Pokalverlierer nach Berlin. Nach dem müden Auftritt einer B-Elf auf dem Betzenberg findet auch das nächste Pokalfinale in der Hauptstadt mal wieder ohne die Hertha statt.

Wie man sich dagegen im Pokal Selbstvertrauen zurückholen kann, haben die Freiburger gezeigt. Der Sieg gegen den VfB war Balsam auf die geschundene Seele und gibt Mut für die nächsten schweren Wochen. Ich fürchte, beim Spitzenreiter aus Dortmund wird am Samstag trotzdem nicht viel zu holen sein. Auf ihre Ex-Bayern setzen die Wolfsburger in München, aber auch wenn Torjäger Olic weiter trifft und Gustavo den Schlusspfiff mal wieder auf dem Platz erlebt, wird's verdammt schwer - zur Wies'n-Zeit verlieren die übermächtigen Bayern noch weniger gern als ohnehin schon ... Eröffnet wird der Spieltag heute mit der Partie Augsburg gegen Gladbach. Werder möchte den Schwung aus dem Nordderby für drei Punkte gegen Nürnberg nutzen und Braunschweig will gegen Stuttgart endlich den lang ersehnten ersten Saisonsieg einfahren.

Spannende Spiele und viel Erfolg für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer