30 April 2009

Wiese gegen den HSV, Teil 2

Heute fällt der zweite Vorhang für die Norddeutschen Festwochen: SVW gegen HSV. Seit vielen Jahren erwartet uns mal wieder ein deutsch-deutsches Duell im UEFA Cup. Nach dem denkwürdigen Wiese-Auftritt im Elfmeterkrimi werden wir im Weserstadion sicher eine elektrisierende und intensive Partie erleben. Die Hamburger stehen mit dem Rücken zur Wand. Vergeigen Sie das Halbfinale, stehen sie wahrscheinlich am Ende der Saison mit leeren Händen da. Werder dagegen tritt nach den jüngsten Erfolgserlebnissen mit breiter Brust an. Die Sprücheklopfer kommen dieses Mal von der Elbe: "Wenn man so eine Fresse hat, wird man irgendwann dafür bestraft - am besten gleich heute", dröhnte HSV-Kapitän Jarolim (Bild: dpa) heute in Richtung Wiese. Freue mich auf diesen Fight heute Abend live im Stadion!

Auch bei anderen Vereinen überschlagen sich momentan die Ereignisse: Nach weniger als einem Jahr Reformeifer unter Klinsmann kehren die konservativen Bayern wieder zu alten Mustern zurück. Man kann ja von Hoeneß und Co halten, was man will, aber Klinsi war nach seiner verheerenden Bilanz nicht mehr zu halten. Die Fortsetzung des Sommermärchens ist grandios gescheitert. Schade! Felix Magath dagegen reitet auf einer Welle des Erfolgs. Nun soll er nächste Saison Trainer auf Schalke werden. Auch wenn ich die Personalpolitik der Knappen immer sehr kritisch gesehen habe, Magath scheint mir eine gute Wahl. Wenn er tatsächlich mit ähnlich diktatorischen Machtbefugnissen ausgestattet ist wie in Wolfsburg, dann kann er es schaffen, die zahlreichen Querschläger im Verein in ihre Schranken zu verweisen. Bitter ist das ganze allerdings für die Wölfe ...

Und dann ist ja ab morgen auch schon wieder Bundesliga. Tolle Wochen für uns Fußball-Fans! Am Sonntag steigt das Spitzenspiel zwischen Hertha und dem HSV. Wer da verliert, kann die Meisterschale wohl abschreiben. Sehr gespannt bin ich auf das Auftreten der Bayern am Samstag zu Hause gegen Gladbach. Kann Heynckes in der kurzen Zeit etwas bewegen? Oder werden wir erleben, wie Deutschlands Vorzeige-Club auf endgültig auseinander fällt? Ähnliches gilt für Wolfsburg. Magath muss beweisen, dass er die Zügel weiterhin fest in der Hand hält und in Gedanken nicht schon bei seinem doppelten Gehalt auf Schalke weilt.

Weiterhin packende Fußball-Festwochen wünscht

Carl-Eduard Meyer

24 April 2009

Tim Wiese Superstar!

Nach diesem großartigen Pokal-Abend am Mittwoch in Hamburg ist es schwer, sich wieder auf die anstehenden Ereignisse in der Bundesliga zu konzentrieren. So eine Weltklasseleistung wie Tim Wieses gehaltene Elfmeter gehören zu den ganz großen Fußball-Momenten, die noch Tage lang nachwirken. Aber trotz seiner Extraklasse ist Werders gebräunter und gut frisierter Torhüter bisher über Bremens Stadtgrenze hinaus kein großer Sympathieträger, sondern pflegt fleißig sein Image als Sprücheklopfer und Kraftmeier. Das passt natürlich nicht zu Jogi Löws Kuschelphilosophie. Im Elfmeterkrimi vom Mittwoch hat Wiese jedenfalls kräftig gepunktet beim Bundestrainer.

Der HSV steht dagegen erstmal ziemlich ratlos da. Unerklärlich, warum die Hamburger im Pokal-Halbfinale so saft- und kraftlos auftraten. Schließlich war's das wichtigste Spiel dieser Saison! Werder ist erstmal psychologisch im Vorteil für die nächsten drei Partien dieser norddeutschen Festwochen. Nun ist Jol gefragt, wieder für Selbstvertrauen in seinen Reihen zu sorgen. Dass ausgerechnet Knipser Mladen Petric die Duelle mit Werder verletzt von der Tribüne aus verfolgen muss, macht die Sache nicht leichter für ihn. Und morgen muss der HSV auch noch nach Dortmund, wo Klopps Truppe momentan so richtig in Fahrt ist.

Auch Werder steht am Samstag schon wieder auf dem Platz. Gegen Bochum. Auch eine gewisse Herausforderung, denn die Nobodies aus dem Ruhrpott gehören völlig überraschend zu den besten Teams der Rückrunde. Das Schlagerspiel findet allerdings in München statt, wo Schalke zu Gast ist. Die Bayern kündigen jetzt vollmundig an "zu kämpfen wie noch nie". Kann man ja auch langsam mal mit anfangen am 29. Spieltag. Schalke marschiert nach dem Rutten-Rauswurf konsequent in Richtung UEFA-Cup-Plätze. Hätte ich auch nicht erwartet. Wolfsburg darf am Sonntag in Cottbus weiter punkten. Hertha will in Hoffenheim die kleine Hoffnung am Leben erhalten, nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen Titel zu gewinnen.

Hochspannung und tolle Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

Auch hier geht's ein bischen um Fußball!

Link: interview2: Carl-Eduard Meyer, news aktuell.



17 April 2009

Norddeutsche Festwochen!

War das ein großartiger UEFA-Cup-Abend gestern für uns norddeutsche Fußballfans! Werder und der HSV stehen im Halbfinale - und müssen dort nun gegeneinander antreten. Mit Bundesliga und DFB-Pokal sind das insgesamt unglaubliche vier Matches in wenigen Wochen. Wer die große Rivalität der beiden Clubs kennt, weiss was das bedeutet. Zwischen der vielköpfigen HSV-Fraktion hier bei news aktuell und der nicht ganz so zahlreichen Werder-Gemeinde gibt's kein anderes Thema mehr. Freue mich wahnsinnig auf diese Duelle!

Doch was ist das nüchterne Fazit dieser internationalen Woche? Werders Erfolgsgaranten Diego (Bild: dpa) und Pizarro zeigen in den K.O.-Spielen immer wieder, was sie drauf haben. Sollten beide den Verein tatsächlich im Sommer verlassen, wäre das eine Katastrophe. Martin Jols HSV hat gezeigt, wie man jeden Spieler jeden Tag ein Stückchen besser machen kann. (Gruß nach München!) Wer Spieler wie Boateng, Aogo oder Pitroipa auf ein solch hohes Niveau bringt, der kann sich auch gegen zusammengekaufte Millionentruppen durchsetzen. Die Münchener Loser dagegen schreien nach dem endgültigen Aus in der Champions League kollektiv nach neuen Stars. Als ob das ein Allheilmittel wäre gegen Lust- und Ideenlosigkeit.

Zur Liga: Schon heute Abend können Schalkes erfolgreichste Ersatztrainer aller Zeiten (Mulder, Büskens) gegen Cottbus den unerwarteten Aufwärtstrend bestätigen. Hoffenheim dagegen wird langsam nach unten durchgereicht. Erinnern Sie sich noch an die begeisternden Spiele der Hinrunde? Alles weg. Rangnicks ehemalige Wundertruppe tritt gegen Schlusslicht Karlsruhe an. Klinsi ist in Bielefeld zum Siegen verdammt und steht intern wohl schon auf dem Abstellgleis. Die UEFA-Cup-Helden aus Hamburg und Bremen müssen erst am Sonntag ran. Werder reist in die Hauptstadt, wo Ex-Meisterschaftskandidat Hertha wütend mit den Zähnen fletscht. Der HSV empfängt die zuletzt siegreichen Hannoveraner.

Viele Tore und packende Spiele wünscht

Carl-Eduard Meyer

09 April 2009

Bayern wie die Gartenzwerge

Ob Jürgen Klinsmann noch Trainer des FC Bayern ist, wenn Sie diese Zeilen lesen, steht in den Sternen. Es war eine wirklich denkwürdige Demontage des Rekordmeisters gestern Abend. Wie Gartenzwerge standen die sogenannten Stars auf dem Rasen herum und ließen sich wehr- und bewegungslos von den Torschützen Henry, Messi und Eto'o umkurven. OK, gegen diese Zauberfußballer kann man ohne Gesichtsverlust verlieren, aber zumindest müssen Kampfgeist und Konzept erkennbar sein. Doch nichts davon, absolut Null! Nach dieser Tracht Prügel in Camp Nou ist Klinsi (Bild: dpa) eigentlich nicht mehr tragbar.

Zumindest sind jetzt aber die Nordlichter HSV und Werder gewarnt, dass im Frühjahr, wenn es in Richtung Finale geht, ein rauher Wind auf der internationalen Bühne weht. Aber ich bin für beide Teams optimistisch. Die Hamburger bestechen derzeit durch eine großartige Konstanz und Disziplin. Tolle Handschrift von Martin Jol! Da sollte eine zusammengekaufte Millionentruppe wie Manchester City zu schlagen sein. Werders Gegner Udinese ist da schwieriger auszurechnen. In ihrer Liga sind die Italiener auf dem 14. Platz, stehen also genauso wie Werder vor einer komplett verkorksten Saison. Ein harter Fight für die Bremer heute Abend. Nationalstürmer Di Natale ist verletzt, Schaafs Truppe läuft dagegen wohl in Bestbesetzung auf.

Und am Samstag ist schon wieder Bundesliga. Die tollen Wölfe müssen in Gladbach ihre Tabellenführung verteidigen. Sollten sie ihre Super-Serie fortsetzen, wäre Magaths Team ein würdiger Meister. Hätte ich so vor ein paar Monaten sicher nicht gesagt. Die Bayern werden sich mit oder ohne Klinsmann gegen Frankfurt rehabilitieren wollen. Aber auch ein Sieg wird die tiefen Wunden von Barcelona nicht verheilen lassen. Werder reist am Sonntag nach Leverkusen. Das Topspiel heißt aber Stuttgart gegen den HSV. Weichenstellung im packenden Titelkampf.

Spannende Spiele wünsche ich Ihnen - und gute Genesung nach München

Carl-Eduard Meyer

03 April 2009

Für Titel reicht das aber nicht!

Nach den beiden erfreulichen aber glanzlosen Siegen gegen Liechenstein (4:0) und Wales (2:0) nimmt der DFB-Tross Fahrt auf Richtung Südafrika 2010. Ich kann mir kaum vorstellen, dass da noch was in die Hose geht. Bedenklich ist es aber, dass die deutsche Elf nun seit fast einem halben Jahr keinen tollen und schnellen Offensiv-Fußball mehr geboten hat. Das muss Jogi Löw mächtig auf die Nerven gehen. Er weiss, dass es so auf keinen Fall für einen Titel reicht.

Auch für Schalke reicht es nicht. Die Königsblauen haben in den letzten Tagen mächtig Porzellan zerschlagen. Es war eigentlich eine logische Konsequenz, dass nun die Eigengewächse Mulder, Büskens und Reck übernehmen. Man muss schon jede Menge Herzblut für einen Verein haben, wenn man in dieser desolaten Situation das Ruder übernimmt. Schon heute Abend in Bielefeld muss das Trio zeigen, dass es etwas bewegen kann. Gelingt das im Saisonendspurt nicht, dann ist Schalke im Sommer am absoluten Nullpunkt angelangt.

Am Wochenende warten weitere Knaller-Spiele auf uns. Wolfsburg gegen Bayern steht auf dem Programm. Ich sehe leichte Vorteile bei den zu Hause bärenstarken Niedersachsen. Luca Toni ist zwar wieder dabei, aber ob er nach der langen Pause überhaupt eine Verstärkung ist? Hoffenheim kann bei einem Sieg gegen den HSV wieder nach ganz oben aufschließen. Hertha wirkt momentan etwas nervös, so als ob man selber nicht daran glaubt, am Ende Deutscher Meister zu werden. Gegen Dortmund müssen die Hauptstädter ihre hauchdünne Tabellenführung verteidigen. Und Werder wird im Derby gegen Hannover endlich mal ein paar Punkte sammeln!

Viel Erfolg für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

20 März 2009

Mit Glanz und Gloria im Hexenkessel!

Was für ein Match des HSV gestern in Istanbul. Ein 0:2 im Hexenkessel von Galatasaray noch umgebogen, Respekt! Da haben die Hamburger eine beeindruckende Visitenkarte für den deutschen Fußball abgegeben. Nun müssen die Rothosen im Viertelfinale gegen die Millionarios von Manchester City antreten. Das sind die, die vor einigen Wochen mehr als 100 Millionen für Kaka vom AC Mailand geboten haben. Werder dagegen empfängt nach dem souveränen Weiterkommen am Mittwoch gegen St.-Etienne Udinese Calcio. Unangenehm aber machbar. Die Italiener haben vor ein paar Wochen allerdings Borussia Dortmund aus dem Pokal geworfen.

Die Bayern erwartet in der Champions League eine absolute Hammeraufgabe. Die Münchener müssen mit Barcelona gegen den aktuellen spanischen Tabellenführer antreten. Zuerst auswärts. Ein paar Namen gefällig? Messi, Henry, Eto'o, Xavi ... Puh, da kann Klinsi sein erstes Meisterstück abliefern und viel Selbstvertrauen für die restlichen Aufgaben der Saison tanken. Denn sind wir ehrlich, bis jetzt hat der Trainer-Novize im Vereinsfußball noch absolut nichts erreicht. Gut nur, dass der deutsche Rekordmeister wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat.

Aber erstmal müssen die deutschen Top-Clubs in der heimischen Bundesliga Hausaufgaben erledigen. Meine Bremer können in Dortmund beweisen, dass es nach dem tollen 4:0 gegen Stuttgart langfristig wieder nach oben geht. Bayern empfängt ohne Toni und Klose Schlusslicht Karlsruhe. Traurig, wie der erfrischende KSC der letzten Saison jetzt komplett abschmiert. Tabellenführer Hertha reist nach einer Woche der Eskapaden (Ebert flog wegen nächtlichen Randalierens aus der Mannschaft) zum VfB Stuttgart. Wolfsburg pirscht sich via Bielefeld weiter an die Spitze. Und am Sonntag empfangen die UEFA Cup-Helden des HSV die angeschlagenen Schalker. Vielleicht wird ja Königsblau schon jetzt vom Kahn-Effekt beflügelt ...?

Spannung und Dramatik wünscht

Carl-Eduard Meyer

13 März 2009

Krise? Welche Krise?

Unterm Strich war's eine gute internationale Woche für den deutschen Fußball. Bayern ballert sich mit einem 7:1 gegen Sporting in einen Champions League-Rausch. Krisen-Klinsi? Nichts da, so schnelllebig ist das Geschäft. Sogar Poldi durfte mal wieder ran - und das sehr erfolgreich. Werder hätte dagegen noch ein, zwei Tore nachlegen können, aber auf das 1:0 im UEFA Cup gegen St. Etienne können Schaaf und Co. aufbauen. Nur der HSV muss sich nach dem 1:1 gegen Galatasaray im Rückspiel mächtig steigern. Aber an guten Tagen kann der neue HSV unter Martin Jol jeden schlagen. Auch im Hexenkessel von Istanbul.

Anders dagegen läuft es bei Schalke: Der Club mit den großen internationalen Ambitionen und den spärlichen Erfolgen steht nach der Entlassung von Manager Müller vor einem Scherbenhaufen. Nach der Flop-Saison soll jetzt eine neue Mannschaft aufgebaut werden. Aber von wem? Von Trainer Rutten, der selber kurz vor dem Ende steht? Oder von Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies, der kaum als Fußballfachmann gilt? Auf Schalke brauchen sie einen wahren Herkules, der den Verein wieder in die Erfolgsspur bringen kann. Titan Kahn hat jedenfalls schon dankend abgelehnt ...

Schon heute Abend steht das nächste "Schicksalsspiel" für die Knappen an. Ausgerechnet jetzt kommt es zum Duell mit dem VfL Wolfsburg, der besten Rückrundenmannschaft. Toll übrigens, wie Magath eine starke Truppe mit viel Substanz aufgebaut hat, die sich langsam aber anscheinend unaufhaltsam in Richtung Tabellenspitze vorarbeitet. Das Top-Spiel des Wochenendes heißt Hertha gegen Leverkusen. Sind die Berliner wirklich bereit für den Meistertitel? Werder muss endlich Punkte sammeln. Wird aber schwer gegen Babbels erfolgreichen VfB Stuttgart. Hätte ich dem Trainer-Newcomer nicht zugetraut, die Schwaben wieder nach oben zu führen. Der HSV empfängt Cottbus, Bayern tritt in Bochum an.

Einen tollen Spieltag wünscht Ihnen

Carl-Eduard Meyer

06 März 2009

Bayern und Schalke am Abgrund

Der DFB-Pokal offenbarte schonungslos die Schwächen von Bayern und Schalke. Bei beiden Clubs liegen die Nerven blank, beide taumeln wie angeschlagene Boxer in tiefe Krisen. Was ist eigentlich übrig geblieben von Klinsis (Bild: dpa) Ankündigung, jeden Spieler jeden Tag ein wenig besser zu machen? Momentan scheint er eher das Gegenteil umzusetzen. Podolski nahezu komplett ausgemustert, Schweini formschwach, Klose und Toni mutieren vom Traumsturm zum lauen Lüftchen und Neuzugang Borowski versucht verzweifelt, an seine tollen Leistungen in Bremen anzuknüpfen. Bei allem Glanz in der Champions League - das riecht nach mächtig Ärger in München.

Fast noch schlimmer stellen sich die Schalker an. Während die Bayern wenigstens an grandios aufspielenden Leverkusenern scheiterten (2:4), genügte Zweitligist Mainz durchschnittliches Gekicke (1:0), um Königsblau zu demontieren. Wieso schaffen die Schalker es immer wieder, viel versprechendes Personal wie Rakitic, Engelaar oder Farfan zu bloßen Mitläufern zu degradieren? Weiterentwicklung der Spieler: Null! So bitter es ist: Sollte Schalke heute Abend in der Liga gegen Köln verlieren, dann muss Rutten seinen Hut nehmen.

Aufatmen dagegen in Bremen: Nach den begeisternden Erfolgen gegen Mailand und am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Wolfsburg (5:2) wollen die Grün-Weißen gegen Hoffenheim den Aufwärtstrend bestätigen. Wer so auftrumpfen kann wie zuletzt die Bremer, der hat auf Platz Elf nichts verloren! Und wie geht es mit Hertha weiter? Die Überraschungstruppe aus der Hauptstadt muss zum traditionell feurigen Ost-Derby gegen Cottbus antreten. Der HSV wird in Gladbach siegen; Wolfsburg gegen Karlsruhe punkten, um vielleicht doch noch an der Schale zu schnuppern.

Spannung pur und viele Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer

27 Februar 2009

Mailänder Feinschmecker-Pizza!

Das war Balsam gestern auf meiner geschundenen Werder-Seele! Großartig, wie die Bremer nach dem 0:2 beim AC Mailand noch ein 2:2 erkämpften und nun in der nächsten UEFA-Cup-Runde stehen. Zwei Mal traf Pizarro (Bild: dpa) und bewies erneut seinen überragenden sportlichen Wert für die Grün-Weißen. Werder muss den Peruaner unbedingt halten. Die einzige Möglichkeit: In DFB-Pokal und UEFA-Cup lange drin bleiben und viel Geld verdienen. Dann gewinnen Schaaf und Co auch nächste Saison wieder gegen Cottbus...

Insgesamt war es aber eher eine durchwachsene Woche auf internationaler Bühne für den deutschen Fußball. Licht und Schatten wechselten sich ab. Die Bayern setzten mit dem 5:0 bei Sporting Lissabon ein fulminantes Ausrufezeichen in der Champions League. Das Viertelfinale ist für Klinsi fest gebucht. Der HSV beweist weiter beeindruckende Konstanz und räumte UEFA-Cup-Gegner Nijmegen im Schongang aus dem Weg. Dafür verabschiedeten sich die Wölfe (1:3 gegen Paris) und Stuttgart (1:2 gegen Zenit) aus dem europäischen Fußball. Beide Niederlagen waren selbst verschuldet. Mit so einer mangelhaften Chancen-Auswertung kann man einfach nicht bestehen.

Und in der Bundesliga geht's am Wochenende auch schon wieder rund: Mein Lieblings-Spiel steht auf dem Plan. Werder gegen Bayern. Nachdem sich beide Truppen am letzten Spieltag bis auf die Knochen blamiert haben (Cottbus, Köln), treten sie nun mit breiter Brust an. Ich erwarte einen offenen Schlagabtausch mit Höchstspannung. Tabellenführer HSV empfängt die in der Liga zuletzt bärenstarken Wölfe. Momentan sind die Hamburger jedenfalls die klare Nummer eins im Norden - Respekt, Herr Jol! Hertha spielt gegen Gladbach, die nervösen Schalker müssen in Frankfurt antreten.

Viel Erfolg und endlich mal wieder einen Werder-Sieg wünscht

20 Februar 2009

War das die Werder-Wende?

Irgendwie weiß ich immer noch nicht, ob ich mich über Werders 1:1 am Mittwoch im UEFA-Cup gegen den AC Mailand nun freuen soll oder nicht. OK, mit Rückkehrer Diego war es um Klassen besser als gegen Bielefeld. Es besteht durchaus die Chance, gegen Milans alternde Stars eine Runde weiter zu kommen, aber die Defizite in Werders Spiel waren für alle im Stadion deutlich sichtbar: Zu wenige Pässe fanden einen Abnehmer, insgesamt wirkte die Truppe verunsichert, dazu kamen noch haarstäubende Fehler (Fritz!). Werder hat noch harte Wochen vor sich, bevor die Mannschaft wieder in die Spur findet.

Was war noch? Starke und souveräne Vorstellung des HSV beim 3:0 in Nijmegen. Respekt! Trotz der 1:2-Niederlage in Petersburg kann der VfB-Stuttgart im Rückspiel das Ruder noch rumreißen. Eine deftige Klatsche gab's leider für die Wölfe in Paris (0:2). Da braucht Magath schon ein kleines Wunder von Wolfsburg, um die hoch gesteckten Ziele des Vereins noch zu erreichen. Schaun' mer mal. Nächste Woche schon können wir ein endgültiges Fazit ziehen für die deutschen Clubs im UEFA-Cup.

In der Bundesliga sehen wir heute Abend die Mutter aller Derbys: Schalke gegen Dortmund. Es geht wohl auch um Trainer Ruttens Zukunft. Vergeigt Königsblau dieses Match, ist der Holländer endgültig unten durch und muss wohl gehen. Und Manager Müller gleich mit? Tabellenführer Hertha reist ohne Torjäger Pantelic nach Wolfsburg. Bin gespannt, ob sich die Berliner als Eintagsfliege entpuppen oder als ernstzunehmender Titel-Aspirant. Bayern empfängt Lieblingsfeind Christoph Daum und seine Karnevalisten. Die Domstädter reisten übrigens schon frühzeitig nach München, um nicht verkatert bei den Bayern anzutreten. Am Sonntag wieder Spitzenspiel: Leverkusen hat den HSV zu Gast.

Viel Erfolg für Ihre Jungs und sportliche Grüße

Carl-Eduard Meyer

13 Februar 2009

Bloß nicht angreifen!

Oh weh, gegen das Gegurke der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Norwegen (0:1) war ja sogar der Nichtangriffspakt von Gijón bei der WM '82 Tempofußball. Genauso öde wie einst Hrubesch & Co gegen Österreich hatte man nie das Gefühl, dass Deutschland auch nur ansatzweise mal ein Tor schießen könnte. OK, es war nur ein Freundschaftskick - aber ein peinlicher Nachgeschmack bleibt. Da wird sogar das kommende Match gegen Liechtenstein zur Herausforderung ...

Genauso öde wirkt auf mich die Situation in Gladbach. Nach seiner seltsamen Pressekonferenz zur sogenannten Briefaffäre (mehr als 10 Minuten lang ein sarkastischer Monolog) ist Trainer Hans Meyer in Gladbach ohne Zukunft. So kann man sich nicht präsentieren und dann den Respekt der Spieler einfordern. Mein Namensvetter hat sicher viele witzige Momente, aber die jungen Spieler erreicht er mit seiner Art nicht mehr. Rainer Bonhof scharrt wohl schon mit den Hufen. Ausschnitte aus Meyers wirrer PK gibt's hier: http://www.kicker.de/news/video/51223

Am Samstag treffen dann auch genau die beiden Teams aufeinander, auf die der Begriff Krise derzeit perfekt passt: Werder gegen Gladbach. Pizarro darf nach seiner Rotsperre endlich wieder ran - ein Hoffnungsschimmer für Trainer Schaaf. Bisher war auf den treffsicheren Peruaner meistens Verlass. Das absolute Spitzenspiel heißt aber Hertha gegen Bayern. Pantelic ist wahrscheinlich fit. Mit einem Sieg können die munteren Berliner sogar Tabellenführer werden. Dafür müsste Hoffenheim allerdings heute Abend gegen Leverkusen verlieren.

Sportliche Grüße und viel Erfolg für Ihre Teams

Carl-Eduard Meyer

06 Februar 2009

Allofs & Co im Loser-Duell auf Schalke

An diesem Wochenende schauen alle gespannt auf das Loser-Duell Schalke gegen Werder. Wer versagt, ist bei den Fans endgültig unten durch. (Bild: dpa) Welchem Verein ich die Daumen drücke, ist natürlich kein Geheimnis. Klammern wir uns an das Positive: Abwehrexperte Naldo steht den Bremern wieder zur Verfügung. Das wird den Hühnerhaufen vor Torwart Wiese hoffentlich stabilisieren. Auch Baumann und Pasanen stehen vor dem Comeback. Und mit Özil hat Schaaf nicht nur die kommende Hoffnung der deutschen Nationalmannschaft in seinen Reihen, sondern auch einen Spieler, der an einem guten Tag einen Diego ersetzen kann. Wenn das nicht optimistisch stimmt ...

Bessere Laune als in Bremen herrscht sicher beim HSV. Nach dem tollen 1:0-Sieg gegen die Bayern muss man die Rothosen tatsächlich als Meisterschaftskandidaten auf dem Zettel haben. Nach dem Abgang von van der Vaart im Sommer hat das sicher keiner erwartet (übrigens sitzt der Ex-Hamburger bei Real Madrid fleißig auf der Bank und bekommt lediglich Kurzeinsätze - das hat er sich wohl auch etwas anders vorgestellt!). Ein riesiges Kompliment jedenfalls an Martin Jol in seinem ersten Jahr an der Elbe. Er hat ein echtes Spitzenteam geformt. Am Samstag kann er beim kriselnden KSC mit seinen zahlreichen Neuzugängen weiter Punkte sammeln.

Welche spannenden Partien stehen am 19. Spieltag sonst noch auf dem Programm? Tabellenführer Hoffenheim muss bei Schlusslicht Gladbach einen Pflichtsieg einfahren. Glaubt bei den Fohlen eigentlich noch jemand an den Klassenerhalt, wenn selbst der Trainer schon vom Abstieg redet? Bayern muss zu Hause gegen Dortmund punkten, um ganz oben dran zu bleiben. Mit Wut im Bauch sind die Bayern ja meist am gefährlichsten. Nach der Auftakt-Niederlage in Hamburg waren Hoeneß und Klinsi jedenfalls mächtig sauer. Die Super-Hertha (Schon auf Platz 2!) eröffnet heute Abend den Spieltag bei Arminia Bielefeld.

Tolle Spiele und viele Punkte für Ihre Teams wünscht

Carl-Eduard Meyer

30 Januar 2009

Zwischen Arroganz und Selbstvertrauen

Endlich ist die fußballfreie Zeit vorbei! Heute Abend startet die Liga furios mit dem Nord-Süd-Gipfel in die Rückrunde. Seien wir ehrlich: Die Winterpause ist die langweiligste Zeit des Jahres mit ihren immer gleichen Ritualen. Die Vereine in den unteren Regionen versprechen, dass alles besser wird, kaufen sich diverse Bankdrücker zusammen und die Schlagzeilen werden beherrscht von den wenig erbaulichen Fehltritten des kickenden Personals (leider schon wieder Diego). Schluss damit, auf geht's!

Drei Fragen beschäftigen mich: Kann Hoffenheim das hohe Niveau auch ohne Goalgetter Ibisevic halten? Ich wundere mich schon, dass Rangnick und Hopp ihre erfolgreiche Strategie über den Haufen werfen und statt junger Talente teure Profis holen, die ihren Zenit hinter sich haben (Hildebrand) oder eigentlich nie einen Zenit hatten (Sanogo). Die zweite Frage betrifft den FC Bayern. Meisterschaft und Pokal sind fest eingeplant, das große Ziel ist die Champions League. Wo ist eigentlich die Grenze zwischen Arroganz und Selbstvertrauen? Der FCB kann sich in dieser Saison nur selber schlagen (Bild: dpa). Und drittens natürlich Werder: Was können meine angeschlagenen Bremer noch erreichen? Ich habe dazu eine kleine Umfrage auf meinem Blog platziert. Machen Sie doch mit.

Jedenfalls muss Schaafs Truppe nach dem starken Pokalauftritt (2:1 in Dortmund) gegen Bielefeld die ersten Punkte für die Aufholjagd sammeln. Allerdings sind die Rüpel Diego und Pizarro gesperrt. Brisant wird das Duell zwischen Dortmund und Leverkusen. Beide Vereine müssen Anschluss an die Spitzengruppe halten, sonst geht das große Murren gleich wieder los. Hoffenheim darf Cottbus weiter in den Tabellenkeller schießen, Schalke muss in Hannover das Wohlwollen der Fans zurückerobern und Köln will gegen Wolfsburg schon mal den Poldi-Effekt beweisen. Der absolute Hit aber heute Abend: HSV gegen Bayern, live in 170 Ländern. Bundesliga, ich freue mich!

Sportliche Grüße und einen tollen Start ins Fußballjahr 2009 wünscht

Carl-Eduard Meyer

22 Dezember 2008

Was bleibt hängen von der Hinserie 2008?

Für mich waren drei Ereignisse herausragend: Der Höhenflug von 1899 Hoffenheim, die Auferstehung des Jürgen Klinsmann und die unberechenbaren Turbulenzen bei Werder Bremen.

An Hoffenheim scheiden sich die Geister: Für viele traditionelle Fußballfans ist das Projekt von Milliardär Dietmar Hopp ein Inbegriff für den Ausverkauf des Fußballs, für die anderen ein wegweisendes und innovatives Experiment mit glänzenden Zukunftsaussichten. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich sehe das ganze Tam-Tam jedenfalls absolut positiv: Konkurrenz belebt das Geschäft - ohne Hoffenheim würde die deutsche Trainergilde (vielleicht mit Ausnahme von Klinsmann) weit mehr Widerstand gegen eine dringend notwendige Modernisierung aufbringen. Letztendlich profitiert von Hoffenheim die ganze Liga und damit auch jeder Fan - und sei er noch so traditionsbewußt.

Ein weiteres Highlight der Hinrunde war die großartige Performance von Jürgen Klinsmann. Nicht vergessen: Noch am 7. Spieltag lag der große FC Bayern auf Platz elf! Unvorstellbar und zutiefst demütigend für Charaktere wie Hoeneß und Beckenbauer. Doch Klinsi lernte dazu, stoppte die wilde Rotation, stellte Kapitän van Bommel wieder in die Startelf, setzte auf Kontinuität und die Rückkehr von Ribéry. Prompt lief es wieder rund. So einfach kann Fußball sein - und so schwer für Leute, die unfähig sind dazuzulernen. Klinsmann kann und will das. Und das macht ihn so wertvoll für die Bayern.

Weniger festlich ist leider das Erscheinungsbild, dass derzeit meine geschätzten Bremer abgeben: In der Liga nur Platz acht und nach erfolgloser Champions League abgestiegen in den UEFA Cup. Die einst so beeindruckende Konstanz auf sehr hohem Niveau ist futsch. Die Nerven liegen blank. Diego würgt seinen Gegenspieler und Pizarro verteilt Backpfeifen. Logisch, dass man dann ganz oben nicht dabei sein kann. Trotzdem: ich vertraue dem tollen Duo Schaaf und Allofs, dass sie den Karren im nächsten Jahr aus dem Dreck ziehen. Meine Prognose: Werder wird noch Dritter!

Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest und eine fußballfreie Zeit, die hoffentlich nicht allzu lange dauert. Schon am 30. Januar geht es weiter!

Viele Grüße

Carl-Eduard Meyer

05 Dezember 2008

Schalker Scherbenhaufen!

Man soll sich ja nicht selber auf die Schulter klopfen, aber dass es auf Schalke richtig krachen wird, das habe ich schon vor Wochen geschrieben. Gescheitert in der Champions-League-Qualifikation, ausgeschieden aus dem UEFA-Cup, in der Liga aktuell Platz neun: Das ist die desolate Bilanz von Königsblau kurz vor Weihnachten. (Bild: dpa) Die Situation ist komplett verfahren. Wie soll man aus dem Teufelskreis von Niederlagen, spielerischer Armut, überkritischen Fans und steigender Nervosität bei allen Verantwortlichen entkommen? Üblicherweise muss bald ein Bauernopfer her. Fred Rutten kann eigentlich schon die Koffer packen - schade!

Ein Thema, das mehr Spaß macht: Das Spitzenduell Bayern gegen Hoffenheim. Es wird eine kleine Standortbestimmung für die Zukunft des deutschen Fußballs geben. Wer setzt sich durch? Das klassische Star-Modell Marke München oder die innovative Philosophie à la Rangnick, flankiert vom prall gefüllten Geldbeutel von Mäzen Hopp? Auch wenn ich es mir vielleicht anders wünsche, ich glaube die Bayern werden sich heute Abend durchsetzen. Die Kraftprobe kommt noch etwas zu früh für die junge Hoffenheimer Garde. Wie auch immer, Rangnicks Dorfclub gehört sowieso zu den absoluten Gewinnern dieser Saison.

Und was ist sonst los? Die gebeutelten Schalker müssen nach Berlin. Wenn die Hertha ihren überraschenden Höhenflug fortsetzt, dann kann es durchaus das letzte Spiel von Trainer Rutten sein. Brisanz auch in Karlsruhe: Werder muss unbedingt punkten, wenn nach der 5:0-Gala gegen Frankfurt doch noch Tuchfühlung zur Spitze hergestellt werden soll. Und der KSC kämpft ja praktisch schon ums Überleben. Wolfsburg empfängt zum Nordderby Hannover 96 und der HSV will gegen Köln einen Dreier einfahren.

Richtig gute Spiele und viel Spannung wünscht

Carl-Eduard Meyer

28 November 2008

Wo ist der Hunger?

Glauben Sie mir, als Werder-Sympathisant hat man es in diesen Wochen nicht leicht. In der Bundesliga läuft es äußerst holprig und nun ist auch noch die Champions-League futsch. Was ist los an der Weser? Selbst Allofs und Schaaf wirken zunehmend ratlos. Wie kann es sein, dass der teuerste Werder-Kader aller Zeiten permanent nur Mittelmaß abliefert? Warum hat in dieser Saison eine Truppe mit Stars wie Diego, Frings und Pizarro bisher noch kein einziges Spiel in der europäischen Königsklasse gewonnen? Irgendwo stimmt in dieser Elf die Einstellung nicht - der große Hunger nach Toren und Erfolgen, sonst bei Werder immer spürbar, ist weg. Eine gefährliche Entwicklung!

Ganz anders die Bayern: Nach dem Champions League-Triumph gegen Bukarest fühlt sich Klinsi endlich pudelwohl in München. Irgendwie rechnen jetzt doch alle damit, dass Bayern Meister wird. So schnell kann's gehen! Bittere Pillen gab es gestern für den HSV und Schalke im UEFA-Cup. Heimpleiten gegen Ajax und Manchester City. Fazit wie fast jedes Jahr im Spätherbst: Die deutschen Clubs stehen mächtig unter Druck. Nur der Vfl Wolfsburg verbreitete einigermaßen Esprit beim Auswärtssieg in Braga.

Doch zur Bundesliga: Heute Abend steigt bereits das Duell Hertha gegen Köln. Neben Hoffenheim sind das für mich die größten positiven Überraschungen. Die Berliner scheinen trotz Dauer-Zoff um Torjäger Pantelic ihre Philosophie gefunden zu haben und stehen auf Platz vier. Daums Kölner haben sich mit Geromel und Petit bestens verstärkt, wollen jetzt selbstbewusst ihren Prinz Poldi zurückholen und befinden sich fern der Abstiegsränge. Das Top-Duell heißt allerdings Bayer gegen Bayern. Das wird ein Super-Spiel, wenn beide Mannschaften so offensiv agieren wie zuletzt. Hoffenheim punktet gegen Bielefeld und bleibt oben auf, Neu-Trainer Markus Babbel soll bei VfB Stuttgart gegen Schalke das Ruder rumreißen!

Viel Spaß und Erfolg beim brisanten 15. Spieltag wünscht

Carl-Eduard Meyer

14 November 2008

Auslaufmodell Frings?

Jogi Löw läutet den Generationswechsel ein! ... Und bleibt seiner Linie damit absolut treu. Ich finde es großartig, wie der Trainer der deutschen Nationalmannschaft immer wieder viel versprechende Neulinge an die DFB-Elf heranführt. Am Dorfclub Hoffenheim kann auch Löw mittlerweile nicht mehr vorbeischauen: Marvin Compper und Tobias Weis von der TSG stehen im Kader für den England-Klassiker nächste Woche. Dazu stößt auch noch Shooting-Star Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg. Torsten Frings (Foto: dpa) bleibt zu Hause - angeblich auch auf eigene Initiative. Wir werden wohl nie erfahren, ob der Bremer Routinier nun eigentlich bestraft oder lediglich geschont wurde. Frings zeigt sich zumindest reuig und will im nächsten Jahr wieder angreifen.

Zur Liga: Die Bayern genießen es wieder, öffentlich die Muskeln spielen zu lassen. Nur noch einen Punkt stehen sie hinter Tabellenführer Leverkusen und greifen nach der Herbstmeisterschaft. Allerdings wurde beim holprigen Saisonstart deutlich, dass die Münchener bei weitem keine Übermannschaft sind. Zu sehr ist die Truppe auf die Power und die Geistesblitze eines Ribéry angewiesen. Uli Hoeneß wird's dieser Tage allerdings ziemlich Wurscht sein. Hauptsache das Projekt Klinsmann bringt überhaupt erstmal Erfolg! Mal sehen, ob an der Timoschtschuk-Diskussion (Zenit St. Petersburg, 14 Millionen) tatsächlich was dran ist.

Das Top-Duell dieses Spieltages heißt jedenfalls Leverkusen gegen Schalke. Knappen-Trainer Rutten wird in Gelsenkirchen bereits kritisch beäugt. Nach der Heimpleite gegen die Bayern und aktuell Platz sechs in der Tabelle braucht Königsblau dringend Erfolgserlebnisse. Werder empfängt die abwehrstarken Kölner. Gegen die Domstädter muss die Schaaf-Elf dringend punkten, damit der Abstand zu den ersten Plätzen nicht zu groß wird. Außerdem können wir uns auf das Traditionsmatch Gladbach gegen Bayern freuen, auf das Verfolger-Duell Hertha-HSV und den direkten Vergleich der Experimentier-Clubs Wolfsburg und Hoffenheim.

Spannung und viele Tore für Ihre Vereine wünscht

Carl-Eduard Meyer

24 Oktober 2008

Streithammel Ballack, Frings und Löw!

Eigentlich war es ja eine gute Woche für den deutschen Fußball. Alle Vereine haben international mehr oder weniger erfolgreich gespielt - bis auf den VfB Stuttgart beim 0:2 gestern in Sevilla. Aber auch das ist in der Gruppenphase des UEFA-Cups kein Beinbruch. Das Getöse um Ballack, Frings und Löw (Bild: picture-alliance) verdirbt allerdings allen die gute Laune und nimmt langsam beängstigende Formen an. Da wird die gesamte Hierarchie der erfolgreichen Nationalmannschaft in Frage gestellt, weil der eine oder andere (angeblich) falsch kommuniziert! So ein Blödsinn! Zur Erinnerung: Es geht hier in keinster Weise um sportliche Dinge - Deutschland führt seine WM-Qualifikations-Gruppe souverän mit zehn Punkten an.

Sich in so einer Situation an die Gurgel zu gehen, das ist doch Wahnsinn! Ständig sieht man einen Frings, der irgendwas von "Respekt" in die TV-Mikros jammert. Und der Kapitän der Nationalelf heult sich bei der FAZ aus! Das kann nicht sein. Es gibt Telefone, es gibt E-Mails - warum spricht man nicht miteinander? Erst wenn das geklärt ist, kann es wieder um Substantielles gehen. Löw muss dann schon gegenüber Frings und Ballack begründen, warum Klose nach einem katastrophalen Bundesliga-Jahr immer noch bei ihm gesetzt ist, während der Bremer Routinier kurzfristig auf die Bank musste. Aber bitte unter vier Augen, meine Herren!

Schauen wir lieber, was die Bundesliga an diesem Wochenende zu bieten hat. Das macht deutlich mehr Spaß! Schon heute Abend steigt das große Rhein-Derby Leverkusen gegen Köln. Daum kehrt nach acht Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück, die er einst im Kokain-Nebel fluchtartig verlassen hat. Da wird es heiß her gehen. Außerdem reist Tabellenführer HSV zum Zweitplatzierten Hoffenheim. Hätte doch keiner für möglich gehalten, dass das die absolute Spitzenbegegnung des 8. Spieltages sein könnte. Schöne Bundesliga! Auch das Gastpiel der Wölfe bei den Bayern verspricht Brisanz. Klinsi gegen Vor-Vorgänger Magath: Das wird ein Prestige-Duell erster Güte. Und meine derzeit abwehrschwachen Bremer müssen im Nord-Derby gegen Hannover nun auch noch ausgerechnet auf Per Mertesacker verzichten...

Spannung und viele Tore für Ihre Vereine wünscht

Carl-Eduard Meyer

17 Oktober 2008

Löws Brandherde

Das war insgesamt eine beeindruckende und sehr erfolgreiche Woche für unsere Nationalmannschaft: Die 2:1-Gala gegen Russland und der hart erkämpfte 1:0-Arbeitssieg gegen die Defensivspezialisten aus Wales. Aber es gibt auch ein paar Brandherde, die Bundestrainer Löw geschickt austreten muss. Nach wie vor zanken sich Ballack (Bild: picture-alliance) und Bierhoff - Freunde werden die wohl nicht mehr. Der unrühmliche Abgang von Kuranyi darf kein Vorbild für andere frustrierte Nationalspieler sein. Und zu allem Überfluss droht jetzt auch noch Frings mit Abschied, weil er zwei Mal auf der Bank schmoren musste. So sehr ich Frings schätze, aber ein bisschen mehr Selbstkritik wäre bei ihm schon angebracht. Wirklich berauschend waren seine Leistungen in den letzten Wochen jedenfalls nicht.

Für Jürgen Klinsmann und sein schlingerndes Projekt FC Bayern stehen in den nächsten Tagen Richtung weisende Partien an. Erstmal muss die Startruppe verlorenes Vertrauen in der Bundesliga zurück gewinnen. Auswärts in Karlsruhe wird das aber auf keinen Fall ein Selbstgänger. Und in der nächsten Woche reist der AC Florenz zum Champions League-Duell an. Auch nicht gerade ein Sparringspartner. So langsam werden sie alle nervös an der Säbener Straße. Mein Tipp: Klinsmann & Co stehen bis Jahresende äußerst ungemütliche Wochen bevor.

Am Sonntag findet die Spitzenpartie dieses Spieltages statt: HSV gegen Schalke. Ich bin gespannt, ob die Tabellenführung der Hamburger von Dauer sein wird. Beim HSV spürt man, dass etwas Gutes heranwächst. Bei den Schalkern dagegen nicht: Die Millionen-Einkäufe Engelaar und Farfan haben bisher enttäuscht. Dann noch das Hickhack um Kuranyi und die vermasselte Qualifikation für die Champions League. Königsblau steht mächtig unter Dampf. Werder dagegen muss nach der 1:4-Klatsche gegen Stuttgart zu Hause gegen Dortmund punkten, Überraschungs-Mannschaft Hoffenheim empfängt Hannover 96.

Spannende Partien und viele Tore wünscht

Carl-Eduard Meyer